Düren - Vom Gewandhaus in Leipzig direkt nach Düren

Vom Gewandhaus in Leipzig direkt nach Düren

Von: Sandra Kinkel
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Freuen sich auf die Aufführung des Oratoriums von Ferdinand Hiller: Dr. Gisela Hagenau, Uwe Willner von der Sparkasse Düren und Johannes Esser (von links). Foto: Sandra Kinkel

Düren. Eigentlich ist Arno Junghärtchen schuld. Der ehemalige Musikschüler und heutige Sänger des Leipziger Gewandhauschores hat immer noch Kontakt zu Johannes Esser nach Düren und hat dem Leiter des Konzertforums „Cappella Villa Duria“ von der Aufführung des eher unbekannten Oratoriums „Die Zerstörung Jerusalems“ von Ferdinand Hiller erzählt.

Das Werk ist im Jahr 1840 in Leipzig uraufgeführt worden und irgendwann in Vergessenheit geraten. Nach der Wiederaufführung in Leipzig kommt es Ende Februar zu einer Aufführung des Stückes in der Marienkirche in Düren. Unterstützt wird die außergewöhnliche Produktion mit einer Spende der Kulturstiftung der Sparkasse Düren in Höhe von 2199,53 Euro.

Johannes Esser: „Wir haben für die Aufführung in Düren das komplette Notenmaterial vom Leipziger Gewandhauschor zur Verfügung gestellt bekommen. Der Verlag, der das Werk damals herausgebracht hat, existiert schon gar nicht mehr. Es war also nicht so einfach, die Noten zu bekommen. Das haben wir wirklich dem persönlichen Kontakt zu Arno Junghärtchen zu verdanken.“ Ausnahmsweise, ergänzt Dr. Gisela Hagenau von der „Cappella Villa Duria“, dürften die Sänger des Dürener Oratorienchores bei der „Zerstörung Jerusalems“ aus Fotokopien singen.

Hiller, 1811 in Frankfurt am Main geboren, war von 1847 bis 1850 städtischer Musikdirekter in Düsseldorf als Vorgänger Robert Schumanns. Von 1850 bis zu seiner Pensionierung 1884 leitete er sowohl das Konservatorium der Stadt Köln als auch die „Gürzenichkonzerte“ und die Rheinischen Musikfeste.

Johannes Esser und Dr. Gisela Hagenau sind sich einig, dass das Hillersche Oratorium ein gleichsam ansprechendes wie abwechslungsreiches Werk ist. Hagenau: „Das Stück ist inhaltlich und musikalisch sehr interessant. Es steht in der Tradition der großen Oratorien von Felix Mendelssohn-Bartholdy und hat einen alt-testamentarischen Stoff.“ Die Einleitung, die Johannes Esser selbst für Orchester instrumentiert hat, verkörpert eine fast tragische Stimmung. „Darüber hinaus“, so Esser, „gibt es aber durchaus auch fast schon lyrische Teile“.

Uwe Willner, Vorstandsmitglied der Sparkasse, freut sich, „ein großartiges Projekt“ unterstützen zu können. Willner: „Wir haben mit den 2199,53 Euro den kompletten Rest des Betrages, den wir im vergangenen Jahr ausschütten konnten, der ‚Cappella Villa Duria‘ gespendet.“

Mit den Proben für „Die Zerstörung Jerusalems“ haben Oratorienchor und Sinfonieorchester schon begonnen. Bleibt zu hoffen, dass viele Musikfreunde Lust haben, sich in der Fastenzeit auf ein eher unbekanntes Werk einzulassen und zu dem Passionskonzert in die Marienkirche kommen.

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