Vom Fingerabdruck zur tragenden Kunst: Werke von Herbert Boerger

Von: Franz Sistemich
Letzte Aktualisierung:
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Herbert Boerger stellt in Heimbach aus. Foto: gkli

Heimbach. Der Dürener Herbert Boerger ist ein Spätberufener. Der Norddeutsche, der seit 1957 im Rheinland lebt, musste als Jugendlicher erfahren, dass seine künstlerische Begabung nicht gefördert wurde. Lehrer und Freunde wollten einfach nicht glauben, dass er mit eigener Hand die Zeichnungen gemalt hatte, auf die ihr Blick fiel.

Erst nach seiner Pensionierung widmete sich Boerger wieder der Malerei. Ab Sonntag, 9. August, stellt der Dürener im Haus des Gastes Bilder einer bestimmten Schaffensperiode aus.

Interessante Serien

Acht Jahre lang besuchte er die Akademie für Bildende Kunst Nordrhein-Westfalen mit Sitz in Düren-Lendersdorf.

In seinem Atelier setzte er fortan seine Vorstellungen, mit dem Pinsel auch interessante Serien zu fertigen, um. Beispielsweise beschrieb er malerisch das Zusammenleben der Geschlechter im 20. Jahrhundert. Männer und Frauen mit bunten Köpfen, mal die Gesichter zueinander gedreht und mal voneinander weggedreht, zeichnen Beziehungen auf.

Der frühere Kaufmann und Betriebswirt Herbert Boerger kopierte allerdings auch berühmte Gemälde verschiedener Stilrichtungen und Schwierigkeitsgrade, so zum Beispiel Werke von Malern wie van Gogh, Matisse und Picasso.

Doch Boergers Kunstfertigkeit zeigt sich nicht nur in der Fähigkeit, die Werke der Meister vergangener Jahrhunderte und Jahrzehnte zu kopieren. Seit 2007 beschäftigt sich Boerger mit einer neuen Kunstrichtung. Statt mit Pinsel und Farbe arbeitet er mit Locheisen und Hammer.

Sein Vorbild dabei ist die Papillarlinienstruktur der menschlichen Haut. Der 11. September 2001, an dem in New York vollbesetzte Flugzeuge mit Selbstmordattentätern an Bord in die Türme des World Trade Centers flogen, befeuerte ihn in seiner Arbeit ebenfalls.

Seither: Kein Pass mehr ohne Fingerabdruck, die Polizei wertet anatomische Merkmale aus und fertigt global Bewegungsprofile von Menschen an.

Herbert Boerger nutzt die Hauptlinienstruktur der menschlichen Haut für diese Schaffensperiode. Die typischen Linien und Verzweigungsmuster des Fingerabdruckes stazt er er mit ebben mit Hammer und Locheisen nach der Struktur der menschlichen Haut auf Karton, Leinwand und Büttenpapier. Seine Ausstellung im Heimbacher Haus des Gastes trägt denn auch den Titel „Der Fingerandruck, der zum Kunstwerk wurde“.

Diese Werke des rüstigen Düreners sind nicht zum ersten Mal zu sehen. Während seiner Ausstellungen im Brühler Schloss Augustusburg oder im Dürener Kreishaus zeigte er in den vergangenen Jahren die Bilder aus dieser Schaffensperiode.

Großer Anklang

Seine Werke fanden auch dort bereits großen Anklang. Beispielsweise zollte auch Professor Frank Günter Zehnder dem Dürener Maler großen Respekt – und gab ihm einen wertvollen Tipp: Um Fälschungen zu erschweren oder gar zu vermeiden, zeichnet Boerger seine Bilder mit seinem eigenen Fingerabdruck. Boerger: „Die Papillarlinien stehen als Synonym für ein Individuum.“ Das Individuum Herbert Boerger hat die Unikate geschaffen.

Die Ausstellung von Herbert Boerger wird am Sonntag um 11.30 Uhr eröffnet. Bis Sonntag, 6. September, ist sie täglich von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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