Niederau - Vom Arbeiterführer und dem verlässlichen Rahmen

Vom Arbeiterführer und dem verlässlichen Rahmen

Von: Christoph Lammertz
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„Wir haben Nordrhein-Westfalen stabilisiert”: Hendrik Wüst bilanzierte beim CDU-Neujahrsempfang die Landespolitik seiner Partei. Foto: Lammertz

Niederau. Mit Ersatzspielern ist es oft so eine Sache. Manchmal schlagen sie ein - und der Trainer wird für sein glückliches Händchen gefeiert. Davon zu reden, wäre im Fall des Dürener CDU-Neujahrsempfangs im Winkelsaal von Schloss Burgau ein wenig übertrieben.

Um im Bild zu bleiben, könnte man sagen: Der Ersatzmann hat sich mit seinem Auftritt eine weitere Bewährungschance verdient. Hendrik Wüst, der Generalsekretär der NRW-CDU, sprang als Festredner kurzfristig ein, nachdem sich der nordrhein-westfälische Umweltminister Eckhard Uhlenberg bei einem Sturz am Wochenende die Hand gebrochen hatte.

Die über 400 geladenen Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kirchen, Sozialverbänden, Schulen und Karneval spendeten dem 34-jährigen Christdemokraten freundlichen Applaus, wirklich mitreißen konnte der Westfale mit seiner Bestandsaufnahme der Landespolitik aber nicht.

Wüst stellte zu Beginn seiner Rede die Einheit der Gesellschaft als wichtigstes Gut in den Vordergrund. „Wir halten zusammen in Nordrhein-Westfalen und haben uns zusammengerauft”, sagte Wüst und schrieb Ministerpräsident Jürgen Rüttgers dafür ein großes Stück an Verantwortung zu. Aus der Kritik, der CDU-Landesvater spiele den Arbeiterführer, spreche nur die Überraschung einiger Menschen, dass sich ein Christdemokrat um die kleinen Leute kümmert. Die CDU habe Nordrhein-Westfalen stabilisiert.

Den beiden Extremen „Der Staat regelt alles” oder „Der Markt regelt alles” stelle die CDU heute entgegen: „Wir verlangen den Menschen Anstrengungen ab, aber wir bieten dafür einen verlässlichen Rahmen.” Aufgaben für die kommenden Jahre seien weitere Investitionen, „vor allem in Arbeitsplätze, Bildung und junge Leute”. Nach der Krise („Wir werden dafür sorgen, dass diejenigen, die sie verursacht haben, auch ein gerüttelt Maß der Zeche bezahlen”) komme auf die Politik eine lange Phase der Anstrengung zu. Die CDU sei dafür gewappnet.

Wirtschaft, Klimawandel, Afghanistan-Krieg, Bildung - in diesen vier Themenfeldern sieht Thomas Rachel die wichtigsten Herausforderungen der nahen Zukunft. Dem Parlamentarischen Staatssekretär, Parteichef der CDU in Düren, gelang es in seiner Rede beim Neujahrsempfang immer wieder, den Bogen von der Welt- und Bundespolitik zu den Entwicklungen vor Ort zu schlagen. Dass Deutschland von China als Export-Weltmeister abgelöst wurde, korrespondiere auch mit den Schwierigkeiten großer Dürener Unternehmen wie Tedrive, Zanders oder Isola. Der Kampf gegen den Klimawandel werde auch im Kreis Düren geführt, zum Beispiel im Forschungszentrum Jülich, das „Motor unser Elektromobilität der Zukunft ist”. Wenn über die richtigen Strategien für Afghanistan debattiert werde, „dann fühlen wir auch mit den Nörvenicher Soldaten, die dort im Einsatz sind”.

An Rachels viertem Punkt, der Bildung („Die Krise kann auch Chance sein, wenn Deutschland sich wieder an die Spitze des technologischen Fortschritts setzt”), schloss Bürgermeister Paul Larue an: „Bildung ist und bleibt in Düren das Wichtigste”, konstatierte Larue. Der von Hendrik Wüst postulierte Zusammenhalt der Gesellschaft sei auch und vor allem in den Kommunen von entscheidender Bedeutung, sagte der Bürgermeister und nannte gleich eine Gelegenheit, bei der die Dürener ihn unter Beweis stellen können: „Nach unserer knappen Niederlage im letzten Städte-Wettbewerb des WDR, wollen wir in diesem Jahr wieder angreifen - und diesmal gewinnen.”
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