Düren - Volleyballer Barthel und Andrei: „Wir sind als Bundesligist Teil dieser Stadt“

Volleyballer Barthel und Andrei: „Wir sind als Bundesligist Teil dieser Stadt“

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Für die beiden Profi-Sportler Dennis Barthel (links) und Michael Andrei von den Powervolleys ist ihre Heimatstadt Düren ein guter Ort – zum Leben und zum Arbeiten. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Zwei Profi-Sportler, zwei überzeugte Dürener. Michael Andrei (31) und Dennis Barthel (20) sind in Düren aufgewachsen, zur Schule gegangen– und leben heute wieder beziehungsweise immer noch an der Rur.

Im Gespräch mit „DN“-Mitarbeiterin Sandra Kinkel erzählen die beiden Spieler der SWD Powervolleys, warum sie sich in Düren wohlfühlen, wo sie in der Jugend am liebsten gefeiert haben und warum es wichtig ist, dass ein Sportverein sich mit seiner Heimatstadt identifiziert und umgekehrt.

Wie finden Sie eigentlich Düren?

Dennis Barthel: Für mich ist Düren ein guter Ort. Ich habe bisher noch nie in einer Großstadt gelebt, ich finde die Größe Dürens ideal. Wenn ich in der Stadt unterwegs bin, treffe ich immer Bekannte. Das gefällt mir.

Michael Andrei: Und man bekommt in Düren alles, was man braucht. Sogar Klamotten kann ich hier finden. Man muss eigentlich nicht zum Einkaufen nach Aachen oder Köln fahren.

Barthel: Naja, Schuhe in meiner Größe gibt es in Düren nicht.

Welche Schuhgröße haben Sie denn?

Barthel: 52!

Wo haben Sie als Kinder gespielt?

Barthel: In Merken. Da habe ich meine Kindheit verbracht und mit den Klassenkameraden aus der Kindheit auf der Straße gespielt. Später bin ich zur Realschule Bretzelnweg gegangen und habe mir Düren so nach und nach erobert.

Andrei: Bei mir war es Düren-Süd. Ich habe rund um Südstraße und Chlodwigplatz gespielt.

Und in welchen Discos haben Sie als Jugendliche gefeiert?

Andrei: Zugegeben, das Angebot an Diskotheken fand ich nie so wirklich toll. Zum Feiern sind wir immer nach Köln, Aachen oder Holland gefahren.

Und Sie Herr Barthel, war das bei Ihnen zehn Jahre später anders?

Barthel: Ja! Ich habe bei den Maigesellschaften in den Dörfern rund um Düren gefeiert.

Sie waren noch nie richtig aus Düren weg. Würden Sie gerne einmal woanders leben?

Barthel: Ja, der Anreiz ist auf jeden Fall da. Ich kann mir auch vorstellen, einmal im Ausland zu leben und Volleyball zu spielen, um da Erfahrungen zu sammeln.

Herr Andrei, Sie sind nach knapp sieben Jahren in Belgien und Frankreich wieder nach Düren zurückgekehrt. Warum?

Andrei: Zum einen wegen meiner Frau, die in Düren sehr verwurzelt ist. Zum anderen aber auch, weil ich überzeugt war, in Düren am besten den Übergang zwischen dem Profisport und dem Leben danach schaffen zu können.

Wie haben Sie Düren erlebt, als Sie zurückgekommen sind. Hatte sich viel verändert?

Andrei: Nein, eigentlich nicht. Ich fand Düren schön, bevor ich weggegangen bin und finde es immer noch schön.

Warum meckern denn immer so viele Dürener über ihre Stadt?

Andrei: Ich weiß es nicht. Düren ist familiär. Hier sagt man sich noch „Guten Morgen“. Das habe ich in Köln, wo ich auch einmal gelebt habe, ganz anders erlebt. Es gibt einen wunderschönen Wochenmarkt. Als ich im Sommer einmal am Badesee war, war ich sehr überrascht, wie positiv der sich entwickelt hat. Man muss die positiven Dinge auch zulassen.

Barthel: Ich finde, dass Düren den Menschen auch viel bietet. Es gibt unglaublich viele Veranstaltungen. Diverse Märkte und vor allem die Annakirmes. Das macht auch den Reiz einer Stadt aus.

Ist Düren auch ein guter Ort für Profi-Sportler?

Barthel: Für Volleyballer auf jeden Fall. Wir können uns auf unseren Sport konzentrieren und gleichzeitig ein Studium oder eine Ausbildung machen.

Es ist Ihrem Verein wichtig, dass die Spieler möglichst in Düren wohnen. Finden Sie das richtig?

Andrei: Ja, auf jeden Fall. Ich denke, dass wir als Bundesligamannschaft Teil dieser Stadt sind. Deswegen ist es wichtig, dass wir auch hier präsent sind.

Werden Sie häufig angesprochen?

Barthel: Eigentlich immer, wenn ich in der Stadt unterwegs bin. Das ist aber auch schön.

Was ist schlimmer: nach einer Niederlage oder einem Sieg durch Düren zu laufen?

Andrei: Naja, Gewinnen ist normal, Verlieren ist schlecht. Aber wenn wir dann eine Niederlage aus unserer Sicht erklären, verstehen die Leute das meistens.

Barthel: Ich bin noch nie so richtig blöd angemacht worden nach einer Niederlage. Die Leute sind schon sehr fair.

Sie sagen, Sie fühlen sich als Teil dieser Stadt. Fühlen Sie sich auch von der Stadt akzeptiert?

Barthel: Absolut. Die Leute kennen den Verein, kennen uns. Sonst würden wir ja auch nicht so häufig in der Stadt angesprochen. Und sie kommen schließlich auch zu unseren Spielen.

Andrei: Ich denke schon, dass da noch ein bisschen mehr drin ist. Ich würde mir wünschen, dass die Dürener ein Stück weit stolz auf „ihre“ Volleyball-Bundesligamannschaft sind. Das fehlt mir ein bisschen.

Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Andrei: Naja, Sport braucht immer auch Identifikationsfiguren. Das ist vielleicht im Volleyball etwas schwerer, weil häufig nur Jahresverträge vergeben werden. Das ist überall so, nicht nur in Düren. Das heißt aber, die Mannschaft wechselt häufiger. Aber wir haben mit den „Moskitos“ großartige Fans, die wirklich viel machen und uns ganz toll unterstützen. Vielleicht müssen wir als Mannschaft aber auch noch ein Stück mehr auf die Dürener zugehen.

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