Volker Pispers verschießt verbale Giftpfeile

Von: Bruno Elberfeld
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Kabarettist mit Seele, Herz und Verstand: Volker Pispers. Foto: bel

Düren. Das Wort Kabarett kommt aus dem Französischen und wird mit Schenke oder Kneipe übersetzt. Wohl seltener wird in der Gastronomie eine „drehbare Speiseplatte mit kleinen Fächern und Schüsselchen“ auch als Kabarett bezeichnet. Der Abend mit Volker Pispers im ausverkauften Haus der Stadt konnte mit beiden Begriffen dienen, denn die Sprache des Kabarettisten, hier und da Kneipensprache, war deutlich, sogar überdeutlich.

Volker Pispers spiegelte auf der Bühne im Haus der Stadt die gesellschaftliche Situation in Deutschland, Europa und auf dem Globus wider. Im Fokus seiner Betrachtungen stand Kanzlerin Angela Merkel. „So lange Merkel lebt“, verkündete der Kabarettist, „können wir uns die Wahlen schenken! Denn Angela Merkel ist das Bayern München der Parteien, sie gewinnt sowieso immer.“

Hart im Nehmen, uninteressiert eigentlich an Politik, gehe es der Kanzlerin – ausgestattet mit magischen Händen, die in kritischen Situationen die Raute formen – nur um den Erhalt ihrer Macht. „Vielleicht ist sie ja auch nicht gern zu Hause“, vermutete Pispers. Doch auch die Gefährten der Kanzlerin, aktuelle wie auch verflossene wie der ehemalige Innenminister Hans-Peter Friedrich von der CSU, bekamen ihr Fett weg. Mit der Neigung, Geheimnisse auszuplaudern (Edathy-Affäre), hätte Friedrich auch nicht Priester werden können, weil er mit dem Beichtgeheimnis nicht zurechtgekommen wäre.

Die blonde Allzweckwaffe

Weitere Themen auf der drehbaren Speiseplatte: arabischer Frühling, die blonde Allzweckwaffe der CDU, Ursula von der Leyen, die Bad-Banker, die Manager, die Sportler, die ihre Millionen in der Schweiz horten, George W. Bush mit dem Irak-Krieg, sein Nachfolger Obama mit NSA und Guantanamo sowie die Verschleuderung von Steuergeldern im Atommülllager Asse.

Besonders betroffen schienen die Besucher über die Ausführungen Volker Pispers über die Sozialpolitik in Deutschland. Zurzeit seien laut Wirtschaftswissenschaftlern 25 Prozent der Bürger von Altersarmut bedroht, im Jahr 2030 können es schon 40 Prozent sein.

Volker Pispers gelang es, mit einem hervorragend gesetzten, teils akrobatischen Sprach-Duktus die Zuhörer zu überzeugen. Mit dem Programm „Bis Neulich“, immer wieder aktualisiert, ist er schon lange unterwegs, von einer erschlafften Routine keine Spur: Pispers lebt sein Programm mit Seele, Herz und Verstand.

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