Düren - Virtuosen interpretieren bei den Industriekonzerten alte Meister

Virtuosen interpretieren bei den Industriekonzerten alte Meister

Von: Hannes Schmitz
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Einen Konzertabend der Extrakl
Einen Konzertabend der Extraklasse bot das Leibniz-Trio im Haus der Stadt. Es war ein äußerst gelungener Auftakt der Konzertreihe der Vereinigten Industrieverbände. Foto: Schmitz

Düren. Zum Auftakt der Konzertreihe der Vereinigten Industrieverbände, deren Tradition es ist, hochbegabte Nachwuchskünstler zu fördern, gab es exquisites musikalisches Feingebäck: Das Leibniz-Trio gastierte im Dürener Haus der Stadt. Und so erlebten die Zuhörer im fast ausverkauften Saal, wie es sich anhört, wenn junge Virtuosen alte Meister interpretieren und jugendlicher Elan in die Welt der Romantik eintaucht.

Ausdrucksvoll und stark, aber auch sehr eigenwillig, boten Hwa-Won Pyun (Violine), Lena Wignjosaputro (Violoncello) und Nicholas Rimmer (Klavier) sehr eigenständige, aber höchst niveauvolle Auslegungen. Frische und Lebendigkeit strahlte das Trio aus, bot andere Ansichten und dem Publikum neue Einsichten in den Interpretationsmöglichkeiten. Eine aufgeschlossene Zuhörerschaft war begeistert von der individuellen Art der Formgebung der Kompositionen.

Anregend markant spielten die U-30 Musiker Robert Schumanns Klaviertrio Nr. 3 g-Moll. Vielleicht stellte sich so mancher Konzertbesucher die Frage - auch im Bewusstsein traditionellen Hörens - ob der zweite Satz etwas weichmütiger oder graziöser hätte angelegt werden können und ob humorvolle Passagen stärker hätten betont werden sollen?

Die Geschmäcker der Generationen mögen unterschiedlich sein, doch bei nahezu technisch perfektem Spiel setzte das Trio das temperamentvolle Werk mit jugendlicher Leidenschaft um. Schon der Auftakt des Abends gestaltete sich hervorragend. Das Trio widmete sich Johannes Brahms Klaviertrio Nr. 1 H-Dur in einer Weise, als wäre es den Musikern auf den Leib geschrieben.

Kammermusikalische Intimität traf auf sinfonische Wucht, jugendlicher Überschwang glitt in Melancholie, die Musiker ließen romantische Gefühle aufleben, ließen Raum für Nachdenklichkeit und spielten mit großer Intensität.

Als Entspannungstherapie zwischen den beiden Hauptwerken des Abends ließ das Trio Franz Schuberts Adagio (Notturno) einfließen. Ein gefühl- und stimmungsvolles Stück, das Zeit und Raum vergessen ließ. Dem Leibniz-Trio gelang es trefflich, die wunderbaren Melodien sanft und lyrisch sowie aufregend und spannend aneinander zu reihen - ein Reigen zwischen Traum und Dramatik.

Als Zugabe präsentierten die Kammermusiker das Presto aus Joseph Hadyns Klaviertrio in C-Dur. Sie ließen dabei noch einmal ihre Souveränität, die Virtuosität, ihre Leidenschaft und ihre ausgewogene Balance ihres Spiels erkennen. Es war ein besonderer Konzertabend auf sehr hohem Niveau, und die Musiker hatten die Gunst des Publikums.
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