Düren - „Villa Winzig“: Ortstermin bringt keine neuen Fakten

„Villa Winzig“: Ortstermin bringt keine neuen Fakten

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Hans-Willi Schröder vom städtischen Gebäudemanagement erläuterte die umfangreichen Schäden in der „Villa Winzig“. Foto: Abels

Düren. Für den Jugendhilfeausschussvorsitzenden Thomas Floßdorf (CDU) geht am Umzug der Kindertagesstätte „Villa Winzig“ in den Altbau der Grundschule St. Joachim kein Weg vorbei. Daran hat auch der Ortstermin mit Eltern und Vertretern des Jugendhilfe- und des Bauausschusses nichts geändert.

Zu groß ist der Sanierungsbedarf in dem Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Gebäude an der Meckerstraße, den Hans-Willi Schröder, Sachgebietsleiter im städtischen Gebäudemanagement, noch einmal aufzeigte. Im Zuge des bereits im April 2013 begonnenen U3-Ausbaus der „Villa Winzig“ waren bis Dezember immer wieder neue Schäden ans Tageslicht getreten, insbesondere Schimmel- und Schädlingsbefall, die die Verwaltung veranlassten, über einen Umzug nachzudenken (wir berichteten).

„Ich kann Eltern und Erzieherinnen verstehen“, versuchte Baudezernent Paul Zündorf die in den vergangenen Tagen hochgekochten Wogen zu glätten. „Natürlich liegt das Gebäude mitten im Grünen und hat ein schönes Ambiente. Aber die Stadt muss die Gesamtsituation bedenken.“ Die eingeforderte Gegenüberstellung der Kosten einer Sanierung der „Villa Winzig“ und des Umzugs in die Joachimschule, inklusive der dort erforderlichen Umbauarbeiten, lag auch am Dienstag noch nicht vor. Sie soll heute im Stadtrat präsentiert werden.

Zündorf sprach auf Nachfrage aber mit Blick auf den noch zwölf Jahre laufenden Mietvertrag mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) und auf die Betriebskosten in beiden Gebäuden von einer Ersparnis von mindestens 170.000 bis 180.000 Euro, die mit einem Umzug verbunden wäre. Dass die Stadt die Villa nach Auslaufen der Erbpacht in einen ordnungsgemäßen Zustand zurückversetzen und damit auf jeden Fall sanieren müsse, wie einige Eltern und die Grünen behaupteten, verneinte Zündorf. Er verwies auf einen Aktenvermerk des LVR im Zuge der städtischen Übernahme, in dem die Villa damals als abbruchreif beschrieben wurde.

Vielmehr gelte es, die städtischen Investitionen in das Haus gegenzurechnen. Ziel der Stadt sei es, mit dem LVR so schnell wie möglich eine neue Nutzung für das Gebäude zu finden. Zündorf schwebt in Verbindung mit weiteren leerstehenden Gebäuden in der Nachbarschaft Wohnraum vor.

Derweil versuchte Jugendamtsleiter Ansgar Kieven die Eltern der 32 „Villa-Winzig“-Kinder, die sich geschlossen gegen den Umzug ausgesprochen haben, aus pädagogischer Sicht zu überzeugen. Er verwies erneut auf das deutlich größere Platzangebot in der Joachimschule, aber auch im dortigen Außenbereich, der 1200 bis 1400 Quadratmeter groß werden soll. Kieven hob mit Blick auf die Inklusion die Barrierefreiheit hervor und wies auf die ganz neuen Möglichkeiten einer Kooperation zwischen Kita und Grundschule hin.

Auch die Joachimschule wurde besichtigt. Schulleiterin Annette Dornhöfer erklärte, das Schule und Kita komplett voneinander getrennt würden. Die Kritik der Kita-Eltern an den räumlichen Bedingungen wies sie entschieden zurück, während Hans-Willi Schröder die geplanten Umbaumaßnahmen erklärte. Die CDU, betonte Floßdorf nachher, werde für den Umzug stimmen. SPD, FDP und Grüne wollen noch einmal beraten, erklärte Ulf Opländer (SPD), und sich erst kurz vor der Stadtratssitzung festlegen.

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