Düren - Vier Variationen vom Sterntaler an der Heinrich-Böll-Schule

Vier Variationen vom Sterntaler an der Heinrich-Böll-Schule

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Wie wichtig ist Geld zum glüc
Wie wichtig ist Geld zum glücklich sein? Wie gehen Menschen mit Reichtum oder Armut um? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Sterntaler-Inszenierung an der Heinrich-Böll-Gesamtschule.

Düren. Wie gehen Menschen mit Reichtum oder Armut um? Welche Bedeutung hat in unserer Gesellschaft das Teilen? Welchen Anteil hat der materielle Besitz am eigenen Lebensglück? Diese Fragen standen im Mittelpunkt von vier Szenen zum Märchen Sterntaler, die an der Heinrich-Böll-Gesamtschule aufgeführt wurden.

Die Grundfragen, die das vor rund 200 Jahren geschriebene Kurzmärchen der Gebrüder Grimm aufwirft, könnten kaum aktueller sein. Sie boten den Jugendlichen die Möglichkeit, vier verschiedene Interpretationen des Grimmschen Märchens zu entwickeln.

Die Schüler des Faches Darstellen und Gestalten spielten in der Aula und in den Treppenhäusern des historischen Hauses B. Die Schüler des sechsten Jahrgangs beschäftigten sich ganz alltagsnah mit der Frage nach dem „Geben” und „Nehmen”: Will ich meinem Nachbarn meinen Radiergummi leihen, obwohl ich ihn nicht leiden kann?

In der Interpretation des Jahrgangs 7 gerät das Sterntalermädchen in echte Bedrängnis. Im Wald lauern gruselige Gestalten. Neben erzählerischen Momenten fließen immer wieder biografische Aspekte mit ein, die verdeutlichen, dass auch die Jugendlichen nicht naiv von Reichtum träumen, sondern dass ihnen klar ist, wie wenig das Glück vom Materiellen abhängig ist.

Im mit Plastiktüten dekorierten Treppenhaus verdeutlichte der Jahrgang 8 den Widerspruch einer Überflussgesellschaft, in der ganz konkrete Armut existiert. Hier wurde gezeigt, wie und warum sich Menschen in Deutschland von genießbaren, aber abgelaufenen Lebensmitteln der Supermärkte aus Containern ernähren.

Nahezu wirtschaftspolitisch ging es schließlich im neunten Jahrgang zu. Kaum kommt das Sterntalermädchen mit seinen Goldtalern aus dem Wald, stehen schon die Finanzberater da und wollen den Gewinn vermehren.

Bei den Zuschauern der ausverkauften Vorstellung kam keine Langeweile auf. Sie mussten nach jeder Darbietung die Bühne wechseln und sich auf einen kurzen Weg durch das Gebäude begeben, um die Fortsetzung sehen zu können.

Mit der Zeit hatten die Zuschauer das Gefühl, Teil der Theateraufführung zu sein. Gerade der Jahrgang 8 verstand es besonders gut, die Zuschauer mit einzubeziehen, als auch mal frech die Frage gestellt wurde: „Haste mal nen Euro?”. Hier zuckte der ein eoder andere Zuschauer schon zusammen.

Alle zwei Jahre steht an der Heinrich-Böll-Gesamtschule im Fach Darstellen und Gestalten ein solches jahrgangsstufenübergreifendes Projekt auf dem Plan. Hierbei zeigt sich jedes Mal, wie fantasievoll und komplex die Jugendlichen mit dem übergeordneten Thema umgehen. Der anhaltende Applaus am Ende bewies den jungen Schauspielern und den betreuenden Lehrern, dass ihr Konzept aufgegangen ist und sie mit ihrer Darstellung begeistern konnten.
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