Vielfältige Kritik, aber auch Ideen

Von: bwp
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Heimbach. Wind, Wasser, Voltaik, Biomasse und Geothermie . . . Das waren nur einige Schlüsselworte, die die öffentliche Diskussion „Energiewende - Chancen und Risiken im Stadtgebiet Heimbach” anheizten.

Auf Einladung der SPD trafen sich interessierte Bürger und Stadtvertreter aller Fraktionen im „Hasenfelder Hof”, um mit RWE-Vorstandsmitglied Dr. Heinz-Willi Mölders die energetische Zukunft vor Ort zu hinterfragen.

„In den Köpfen und auf dem Papier ist die Energiewende schon vorhanden”, formulierte der RWE-Vertreter. 90 Prozent der Investitionen würden bereits in die Energiewende gesteckt, und bis zum Jahr 2020 werde RWE jährlich 1,2 Milliarden Euro in regenerative Energien investieren.

Doch momentan knirsche es im Versorgungsgetriebe. Jetzt seien andere Speichermedien und neue Ideen gefragt.

Die lebhafte Diskussion zeigte, wie engagiert sich die Heimbacher mit der Thematik auseinandersetzen. Erst vor zwei Monaten hatte der Energie-Konzern Trianel den Plan für ein gigantisches Pumpspeicherkraftwerk am Rursee vorgestellt.

Idee war es, überschüssigen, aus Wind und Sonne gewonnenen Strom dazu zu nutzen, Rursee-Wasser in ein neues Staubecken zwischen Schmidt und Strauch zu pumpen. Von dort aus sollten die Wassermassen durch Turbinen wieder in den See hinunterrauschen, wenn Energie-Engpässe überbrückt werden müssten. „Dann haben wir Ebbe und Flut auf dem Rursee!”, warnte Günter Becker, Chef der Segelschule in Schwammenauel. Er befürchtet, dass der Wasserstand plötzlich für einige Stunden um maximal vier Meter abfällt und dann wieder ansteigt. Durch das so aufgewirbelte, schlammige Wasser werde der Rursee zur Industrie-Kloake, argwöhnte er.

Der idyllische Rursee muss Touristenmagnet Nummer 1 bleiben. Da waren sich die Bürger einig. Einige äußerten zudem heftigen Unmut gegenüber der Nationalparkverwaltung: „Wir dürfen unsere Wege nicht mehr verlassen, und wenn jemand drei Pilze sammelt, steht das gleich in jeder Zeitung!” „Und kostet 60 Euro!”, bekräftigte ein Zwischenrufer.

Zu den brisanten ökologischen Auswirkungen eines Pumpspeicherkraftwerkes habe man sich seitens des Nationalparks aber noch nicht geäußert.

Der Vorschlag

Der Vorschlag von Bürgermeister Bert Züll, in Heimbach ein Pumpspeicherkraftwerk in kleinerer Form zu betreiben, ist zumindest aus Sicht des Stromkonzerns RWE nicht rentabel genug.

Und die „Spargel” genannten Windräder? Für die einen - das wurde deutlich - sind sie Innovation. Für die anderen bleiben sie Verschandelung der Eifel-Landschaft. An diesem Abend wurde von den Bürgern vielfältige Kritik geäußert, aber auch Ideen ins Spiel gebracht - in weiterer Schritt zum Energie-Konsens.
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