Düren - Vielfältig herausragendes Passionskonzert

Vielfältig herausragendes Passionskonzert

Von: Georg Neulen
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Beim Passionskonzert ließen zwei Komponisten eine extreme Spannbreite mit einer Fülle von Gefühlen entstehen. Foto: Georg Neulen

Düren. Das Passionskonzert der Cappella Villa Duria in der Marienkirche war vielfältig herausragend. Johannes Esser hatte fünf solistische Sänger, das Sinfonieorchester und seinen bewährten gemischten Chor von mehr als 60 Sängern optisch und musikalisch sehr übersichtlich aufgebaut und dynamisch fest in seinen Dirigierhänden.

Zwei Komponisten ließen eine extreme Spannbreite mit einer Fülle von Gefühlen entstehen. Die liturgisch bekannten Texte des „Stabat Mater“ und „ Messa di Requiem“ waren von Musik so erfüllt, dass man sich oft nur den Klängen hingab: Bei Szymanowski eine Tonsprache, die von spätromantischen Harmonien bis nahe an die Atonalität heran sphärische Klänge der Vielstimmigkeit erzeugt. Von stampfenden Rhythmen bis an die Schmerzgrenze geführt, löst sich das Leiden bei „Paradisi gloria“ in Erlösung und Befreiung.

Bei Donizetti wird die Passionsmusik im Melodienstrom noch stärker zu einem Jubelklang von freudvoller Schönheit. Die romantische Klangwelt enthält samtweiche Streicherklänge, strahlende Blechbläserpartien und farbige Holzbläserlinien. Großartige Soli, nahe an Opernarien, und klangschöne Chorsätze, ganz selbstverständlich bewältigt, entrückten die

Zuhörer in eine Welt jenseits von Schmerz und Leid. Bei „Dies irae“ oder „Rex tremendae“ herrscht noch ein Aufbäumen und Toben, das hier mit Posaunen, Pauken und kraftvollen Basslinien dominierte. Aber man darf die Leistung des Chores besonders hervorheben, wenn auch im Vordergrund die Solisten brillierten: Katharina Bergrath als strahlende Sopranistin mit bereits erstaunlicher Erfahrung, die Altistin Beatrix Bardy mit ihrem durchdringend tiefen Glanz und drei hochkarätige Männerstimmen: der Japaner Yamamasu mit kraftvollem Tenor, der Koreaner Lee mit warmer Tiefe seines Basses und der immer wieder gern gehörte Bass-Bariton von Thomas Bonni. Selbstverständlich steigerte sich der Beifall nach beiden Werken zu stehenden Ovationen.

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