Düren - Vieles deutet auf eine „Große Ampel“ hin

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Vieles deutet auf eine „Große Ampel“ hin

Von: Jörg Abels
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Skeptische Blicke: Nach dem Wahlergebnis am Sonntagabend droht der CDU nach 15 Jahren wieder die Oppositionsrolle. Die letzte Hoffnung ist eine Koalition mit den Grünen. Foto: Abels

Düren. „An uns vorbei wird es schwer, stabile Mehrheiten zu bekommen.“ Nicht, dass der CDU-Stadtparteichef Thomas Floßdorf bei dieser Aussage am Wahlabend die Rechnung ohne die mit drei Mandaten in den Stadtrat eingezogene Linke gemacht hat, und sich die Christdemokraten nach 15 Jahren plötzlich in der Oppositionsrolle wiederfinden.

Der Linke-Spitzenkandidat und Kreisvorsitzende Valentin Veithen machte am Montag auf DZ-Anfrage zumindest deutlich, dass er „kein Problem“ mit einer „Großen Ampel“ hätte, sprich einer Koalition aus SPD, FDP, Grünen und Linken. Diese hätte 26 Sitze und damit die Mehrheit im Stadtrat. Veithen kann sich sogar vorstellen, eine einfache „Ampel“ ohne Koalitionsvertrag zu tolerieren, derart groß ist offenbar der Wille, die CDU-Vorherrschaft zu beenden.

„Die Ampel hat in den vergangenen Monaten gut zusammengearbeitet. Darauf möchte ich aufbauen“, erklärte die SPD-Vorsitzende und designierte Bürgermeisterkandidatin der Genossen, Liesel Koschorreck, ohne den noch ausstehenden parteiinternen Abstimmungen vorgreifen zu wollen. Einem Gesprächsangebot der CDU werde sich die SPD sicherlich nicht verweigern.

Liesel Koschorreck wiederholte aber auch Montag, dass eine Große Koalition für sie auch mit Blick auf die Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr eigentlich undenkbar ist. SPD-Fraktionschef Henner Schmidt sprach von einem klaren Wählerauftrag für einen Politikwechsel. „Wir wollen jetzt ernsthaft sondieren, ob es jenseits der CDU eine Gestaltungsmehrheit gibt“, betonte Schmidt, auch wenn ein Vierer-Bündnis zerbrechlich sein kann.

Selbst FDP-Fraktionschef Hubert Cremer kann sich mit Rot-Rot-Gelb-Grün anfreunden: „Ich werde meinen Parteifreunden vorschlagen, Gespräche in diese Richtung zu führen.“

Damit bleibt der CDU nur die Option Schwarz-Grün. Thomas Floßdorf lud die Grünen Montag schon einmal offiziell zu Sondierungsgesprächen ein. Die so umgarnte Fraktionschefin Verena Schloemer erklärte, dass ihre Partei zu Gesprächen mit der CDU bereit sei. „Allerdings müssen wir schauen, wie groß die inhaltlichen Schnittmengen überhaupt sind.“ Mit Pöstchen wollen sich die Grünen auf jeden Fall nicht abspeisen lassen. „Uns geht es um Sachfragen.“ Und Schloemer betont auch, dass sich die CDU in der Vergangenheit gegenüber den Grünen nicht immer fair verhalten habe. „Da ist in den vergangenen Jahren einiges an Porzellan zerschlagen worden. Das macht die Gespräche nicht unbedingt einfacher.“

Thomas Floßdorf, der wie Bürgermeister Paul Larue eine schwarz-grüne Koalition begrüßen würde, zeigte sich derweil bei allen vorhandenen inhaltlichen Unterschieden zum Beispiel in der Bildungspolitik kompromissbereit. Er betonte, auch der Juniorpartner einer Koalition könne sicherlich seine Handschrift hinterlassen. Wichtig für die Stadt sei ein stabiles Bündnis.

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