Birgel - Viele Jungs und Mädchen kennen Tiere nur aus Büchern

Viele Jungs und Mädchen kennen Tiere nur aus Büchern

Von: Jessica Küppers
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Für Yassin, Defne und Julie (alle fünf Jahre alt, von links) aus der Kindertagesstätte Nordstadtpiraten steht nach dem Schafe füttern... Foto: Jessica Küppers
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... ein Besuch im Kuhstall auf dem Programm. Ihnen hilft Bäuerin Silvia Labroier. Foto: Jessica Küppers

Birgel. Wie sich die Federn eines Huhns anfühlen, ist für die 32 Kinder der städtischen Kindertagesstätte Nordstadt-Piraten eine ganz neue Erfahrung. Viele von ihnen kennen Kühe, Pferde und Schafe nur aus Büchern oder aus dem Fernsehen.

Doch beim Erlebnistag auf dem Bauernhof Eckeberg in Birgel dürfen sie den echten Tieren einmal ganz nah kommen. Unter den wachsamen Blicken von Bäuerin Silvia Labroier gehen die Kleinsten in den Stall, dürfen Eier zählen und die Kühe füttern. Später an diesem Tag steht noch Ponyreiten auf dem Programm.

Auch für die fünfjährige Defne ist es eine Premiere, ein echtes Huhn zu streicheln. „Das ist weich“, sagt sie. Trotzdem mag sie die Katze, die kurz zuvor über den Hofplatz gehuscht ist, lieber. „Die ist weicher“, erzählt das Mädchen.

Haustiere werden seltener

Einst gängige Haustiere wie Hunde, Katzen und Hasen seien in den meisten Haushalten heutzutage nicht mehr zu finden, stellt Labroier während ihrer Lehrstunden auf dem Bauernhof immer wieder fest. „Die werden immer seltener“, sagt sie, „weil die meisten Mütter auch arbeiten gehen“. Da bleibe keine Zeit für ein Haustier.

Dass die Kinder dadurch immer weniger mit echten Tieren in Berührung kommen, sind sich Labroier, die Vorsitzende der Dürener Tafel Edith Becker und Erzieherin Ellen Nußbaum einig. Umso aufregender ist dann ein Besuch auf dem Bauernhof. „Die Kinder sprechen noch Wochen und Monate später davon“, sagt die Pädagogin. Während das Füttern für die älteren Kinder ein besonderes Erlebnis ist, das alle Sinne anspricht, sehen die Kleineren meist von Weitem zu. Für die sei ein normales Pony ja doppelt so groß wie sie selbst, sagt Nußbaum. „Manchmal haben sie so viel Angst, dass sie vorne stehen bleiben, weil sie die Gerüche und Geräusche nicht kennen“, sagt Labroier.

Dass es in einem Kuhstall anders riecht als vor der Tür, bleibt auch den Nordstadt-Piraten nicht verborgen. „Hier stinkt's“, sagt ein Kindergartenkind, als die Gruppe den Stall betritt, in dem auch Pferde und mehrere Hühner Platz finden. Dass das daran liegt, dass Tiere keine Toilette benutzen können, leuchtet den Kindern ein. Labroier verspricht ihnen, dass sie den Geruch nach wenigen Minuten nicht mehr merken würden und sie sollte Recht behalten.

„Es ist schön zu sehen wie die Kinder auftauen“, sagt sie. Das sei ein Grund, warum Labroier die Erlebnistage gemeinsam mit Bäuerin Maria Eckeberg anbietet. Sie will den Kindern nicht nur die Angst nehmen, sie sollen auch eine Verbindung zu den Tieren aufbauen.

Vertrauen zu den Tieren bekommen

Die Nähe zu ihnen schaffe Vertrauen, so dass lebhafte Kinder nach einer Weile ganz ruhig würden, wenn sie ein Meerschweinchen auf dem Schoß haben.

Dass die Kindergartenkinder zu Besuch auf dem Bauernhof sein können, haben sie der Dürener Tafel zu verdanken. Die lädt regelmäßig, finanziert durch Spendengelder dorthin ein. Insgesamt 750 Kinder aus 13 Kindertagesstätten (Don Bosco, Montessori, Wibbelstetz, Helene Helming, St. Monika, Schatzkiste, Eiswiese, Pusteblume, Nordstadt-Piraten, Kuschelkiste, St. Bonifatius, Lollypop und St. Joachim) haben pro Jahr die Möglichkeit, einen Blick in den Stall und auf die Wiese zu werfen.

„Wir machen das jetzt zum dritten Mal“, sagt Becker. Der größte Kostenpunkt sei die Fahrt. Damit der Ausflug auch in Zukunft möglich ist, ist die Tafel auf Spenden für den Kinderfonds angewiesen.

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