Viele Fragen: Erfüllt die Sparkasse noch ihren Auftrag?

Von: sj
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Die Mitglieder der „Findus“-Nachbarschaftshilfe Birgel und des Aktionsbündnisses Mariaweiler wollen mit weiteren Aktionen gegen die angekündigte Schließung von Sparkassen-Filialen protestieren.

Mariaweiler/Birgel. „Wir sind keine Kritiker. Wir sind Fans und wollen auch in Zukunft Kunden bleiben“, sagt Heribert Kurth vom Aktionsbündnis Mariaweiler. „Nur mit den Filialschließungen zerstört die Sparkasse ihr eigenes Geschäftskonzept“, fügt Erika Hahnengress von der Birgeler „Findus“-Nachbarschaftshilfe hinzu.

Das Aktionsbündnis und die Nachbarschaftshilfe appellieren an den Vorstand der Sparkasse, zumindest in beiden Orten SB-Center zu belassen. Sie sehen auch die Politiker im Verwaltungsrat in der Pflicht, sich „für die Bürger einzusetzen“. Kurth: „Jeder Beschluss kann auch rückgängig gemacht werden.“

Beide Initiativen sind überzeugt, dass die Pläne der Sparkasse zu „deutlichen Benachteiligungen der betroffenen Stadtteile führen“ und für Kunden des kommunalen Kreditinstituts eine „unangemessene Belastung darstellen“.

Die Erklärungen der Sparkasse, der gleichzeitige Ausbau von Beratungsangeboten in den verbleibenden Filialen und alternative Angebote wie die mobile Sparkassenfiliale, Geldboten und rund um die Uhr erreichbare telefonische Servicemitarbeiter führe keineswegs zu einer Verschlechterung, lassen sie nicht gelten. „Haben Sie einmal versucht, mit einem Rollator in die mobile Filiale zu kommen?“, fragt Kurth.

In Zeiten der steigenden Einbruchszahlen sei es eher gefährlich denn praktisch, den Service der Sparkasse zu nutzen, sich Geld nach Hause bringen zu lassen.

„Die exzellente Geschäftssituation der Sparkasse im Jahr 2015 lässt zudem berechtigte Zweifel aufkommen, ob die Argumentation der Sparkasse gerechtfertigt ist“, heißt es in einem Schreiben der beiden Bürgerinitiativen. Sie fordern die Sparkasse auf, Einzelheiten zu den Themen Effektivität und Nutzerfrequenz öffentlich zu machen, um den Entschluss „nachvollziehen zu können“.

Derzeit lassen die Initiativen rechtlich checken, ob es eine Möglichkeit gibt, den Beschluss anzufechten. Sie wollen auch das NRW-Finanzministerium als Aufsicht der Sparkassen einschalten und prüfen lassen, ob die Sparkasse ihrem öffentlichen Auftrag noch gerecht wird. Die Mariaweiler und Birgeler kritisieren auch, dass zeitgleich „große Summen für Sponsoring ausgegeben werden“.

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