Viele Einbrecher agieren in einem weiten Umkreis

Von: Sarah Maria Berners
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Wie hier bei Soller wurden auch an zehn anderen Orten im Kreisgebiet Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen. Mit dieser Aktion will die Polizei gegen Wohnungseinbrüche vorgehen. Foto: Berners

Kreis Düren/Soller. „Ist etwas Schlimmes passiert?“, „Hat es einen Raubüberfall gegeben?“, „Ist jemand aus einem Gefängnis ausgebrochen?“ – Diese Fragen stellten am Donnerstag viele Menschen, die an einer der Polizeikontrollstellen im Kreis Düren vorbeikamen. 130 Beamte waren im Einsatz. An zehn Kontrollstellen fischten sie bis in die Abendstunden 1000 Fahrzeuge aus dem Verkehr und überprüften 950 Personen.

Ihr Ziel: den Druck auf Einbrecherbanden erhöhen. Bei Titz gingen den Beamten zwei Männer aus Linnich und Mülheim an der Ruhr ins Netz, nach denen aufgrund früherer Delikte mit Haftbefehl gefahndet wurde. In Niederzier versuchte ein 38-Jähriger noch zu fliehen, konnte nach einer Verfolgung jedoch in Bergheim festgenommen werden. Der Mann wird seit drei Jahren gesucht und leistete heftigen Widerstand.

Die Anzahl der Wohnungseinbrüche ist laut Polizei landesweit sehr hoch. 2011 hatte es im Kreis Düren 1029 Einbrüche in Wohnungen gegeben, 2010 waren es 1026. „Wir sind leider keine Oase des Glücks“, kommentierte Polizeisprecher Ralf Meurer. „Wir wissen, dass ein Großteil der Haus- und Wohnungseinbrüche auf das Konto reisender, überörtlich agierender Täter geht“, erklärte Polizeisprecher Ralf Meurer.

Die Täter kämen auch aus dem südosteuropäischen Raum, dem benachbarten Ausland sowie dem Ruhrgebiet. Deswegen hatte sich die Polizei an Autobahnanschlussstellen sowie an überörtlichen Straßen aufgestellt. An der Kreuzung bei Soller hatte Gruppenführerin Uschi Bertram mit ihren Kollegen Position bezogen. „Mit der Zeit bekommt man einen ganz guten Blick dafür, wen man näher kontrolliert und wen nicht“, erklärte Bertram.

Familien mit Kindern beispielsweise zählen nicht zu den Hauptverdächtigen. Aus Richtung Vettweiß und aus Richtung Düren kommend hatten sich ein Stück vor der Kreuzung „Verfolgungswagen“ positioniert – für den Fall, dass ein Wagen vor der Kontrollstelle dreht und flüchtet. Zudem wurden Durchsuchungen und Aufklärungsaktionen im bereits bekannten Täterumfeld organisiert.

Wagenladungen voll Schmuck und Flachbildschirmen fanden die Beamten nicht, auch konnten keine konkreten Einbruchstatverdächtigen herausgefiltert werden. „Wir können mit Personen- und Fahrzeugüberprüfungen jedoch wertvolle Informationen über Strukturen vermuteter Tätergruppen sammeln“, erklärte Meurer. Zudem will die Polizei mit der Aktion den Druck auf Einbrecherbanden erhöhen und ein Signal aussenden: Sie will die Bürger sensibilisieren, wachsam zu sein. Die Botschaft lautet „Kümmert Euch um eine bestmögliche Sicherung von Häusern und Wohnungen und ruft – auch beim kleinsten Verdacht die 110.“ Ralf Meurer dazu: „Das Bauchgefühl stimmt meistens.“

Bei den Kontrollen erwischte die Polizei auch Personen, die unter Drogeneinfluss oder ohne Führerschein unterwegs waren oder sich nicht angeschnallt hatten.

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