Vettweißer Karnevalisten: Die „Hölle“ ist ganz im Sinne des Verbandes

Von: Fred Schröder
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Regionalverbandspräsident Heribert Kaptain gratulierte dem Vorsitzenden Peter Eversheim mit einer Jubiläumsurkunde. Foto: Fred Schröder

Vettweiß. Nennt man den Ortsnamen in Verbindung mit Karneval ist der Verweis auf die „Hölle von Vettweiß“ nicht zu umgehen. Denn fünf Damensitzungen und eine Herrensitzung, jeweils ausverkauft, tragen den Namen der Karnevalsgesellschaft Vettweiß 1938 weit über die Kreisgrenzen hinaus.

Beim Festkommers zur Feier des siebenmal elfjährigen Bestehens bekamen die Karnevalisten für diese Großveranstaltungen Lob aus berufenem Munde. „Die ‚Hölle’ ist voll in unserem Sinne, denn wenn die Gesellschaften das nicht machen würden, kämen die kommerziellen Veranstalter zum Zuge“, stellte der Präsident des Regionalverbandes Düren im Bund Deutscher Karneval, Heribert Kaptain, unter dem Beifall der Zuhörer fest.

Mit einem Festkommers der etwas anderen Art feierten die Vettweißer Karnevalisten das närrische Jubiläum der KG und ihrer Funkengarde. In vier Sequenzen, vorgetragen von Sitzungspräsident Hans-Gerd Barkoff und Funkengardekommandant Udo Kreitz, zeichnete man die Geschichte nach. Nicht nur Vereins-, sondern in weiten Teilen auch Ortsgeschichte, was Bürgermeister und Schirmherr Josef Kranz mit dem Attribut eines „hohen Stellenwertes in unserer Dorfgemeinschaft“ bewertete.

Dass bei einem Exkurs durch die Geschichte einer Karnevalsgesellschaft nicht nur bierernste Ereignisse zur Sprache kommen, versteht sich dabei beinahe schon von selbst.

So ist klar erwiesen, dass sich schon in den zwanziger Jahren der Karneval im Ort rührte, meist von Privatpersonen forciert. Das 1926 gegründete Tambourcorps baute dann karnevalistische Züge in sein Jahresprogramm ein und bereits 1932 zog ein kleiner Rosenmontagszug durch den Ort. Begleitet von einem Zwischenfall, der heute noch Gesprächsthema ist. Der Kölner Liederfürst Willi Ostermann hatte eben sein Lied „Kot eropp, kot eropp, bei Palm’s do ess de Pief verstopp“ komponiert, da wurde es auch in Vettweiß in allen Ecken geträllert.

Sehr zum Missfallen der Familie Palm aus der Sollergasse. Deren Söhne versuchten vergeblich, den Wagen im Rosenmontagszug umzukippen. Als sich 1938 die Karnevalsgesellschaft und die Funkengarde gründeten, wurde die Narretei in klar strukturierte Bahnen gelenkt. Wie die aussahen, lässt sich der mit sehr viel Liebe zum Detail geschriebenen Chronik entnehmen.

Beim Festkommers jedenfalls stellte Schirmherr Bürgermeister Josef Kranz fest, dass „die KG und die Funkengarde seit 77 Jahren den Ort mit Freude erfüllen“. Dorftypische Eigengewächse, lebendiges Vereinsleben und eine aktive Jugendarbeit nannte Kranz als Garanten für den Fortbestand des Brauchtums. Nach dem Exkurs durch die Geschichte und dem Gastspiel des Kölner Büttenredners Jupp Menth zog die Festgesellschaft zur Burg Vettweiß. Dort intonierte das TC Wyss zum krönenden Abschluss den „Großen Zapfenstreich“.

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