Vertrag aufgelöst: Tiilikainen sagt Sayonara Powervolleys

Von: Sandra Kinkel und Franz Sistemich
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Verlässt die SWD Powervolleys nach nur einem Jahr wieder: Trainer Tommi Tiilikainen wechselt nach Japan. Noch vor zwei Monaten hatte er den Vertrag mit den Powervolleys um zwei Jahren verlängert. Foto: Jansen

Düren. Schock für die SWD Powervolleys: Trainer Tommi Tiilikainen verlässt den Volleyball-Bundesligisten. Der erst vor zwei Monaten für die nächsten beiden Jahre verlängerte Vertrag wird in beiderseitigem Einverständnis aufgelöst.

Tommi Tiilikainen wechselt nach Japan, genauer gesagt in die erste japanische Volleyball-Liga. Wer genau sein neuer Klub ist, wollte der Finne am Mittwoch noch nicht sagen. „Diese Chance“, sagte der 29-Jährige, „bekomme ich vielleicht nur einmal im Leben. Das ist fast wie sechs Richtige im Lotto.“ Im März hatte Tiilikainen im Gespräch mit unserer Zeitung bekannt, dass es sein großer Traum sei, einmal in Japan zu arbeiten.

Bei den Powervolleys sind die Verantwortlichen nicht begeistert. „Ich bin schon enttäuscht. Im Geschäftsleben sind Verträge einzuhalten“ sagte Erich Peterhoff, Gesellschafter der SWD Powervolleys und mit dem Sportlichen Leiter Goswin Caro die wichtigste Person in Punkto Finanzen und Kaderplanung. „Das war schon ein Schock“, bekannte Caro.

Nach dem Viertelfinale gegen die SVG Lüneburg und vor dem Halbfinale gegen den VfB Friedrichshafen eröffnete der Finne dem Sportlichen Leiter in dessen Wohnzimmer den Wechselwunsch – kurz nach der Vertragsverlängerung mit den Powervolleys. Caro fiel praktisch aus allen Wolken, wollte er doch mit Tiilikainen die weiteren Planungen für die kommende Saison besprechen.

Nun aber versuchten die Verantwortlichen der SWD Powervolleys, Tiilikainen den Verbleib in Düren schmackhaft zu machen. „Wir haben uns auch über Kompromissmöglichkeiten unterhalten“, sagte Peterhoff. Vergeblich. Tiilikainen wollte unbedingt nach Japan. Das machte er in den „partnerschaftlichen und freundschaftlichen Gesprächen ohne Konfrontation“, wie Peterhoff die Diskussionen beschrieb, den Dürener Machern deutlich.

„Tommi hat uns zu verstehen gegeben, dass er die Chance unbedingt nutzen will. Wir hätten darauf bestehen können, dass er seinen Vertrag erfüllt. Wir haben uns aber entschieden, seinem Traum nicht im Weg zu stehen“, erklärte Geschäftsführer Rüdiger Hein.

Abgesehen davon, „dass wir auch ein Verein sind, der die menschliche Seite immer im Blick hat“, wie Peterhoff sagte, erleichterte die finanzielle Seite den Powervolleys die Entscheidung: Der japanische Verein kauft den Finnen aus dem Vertrag heraus. Über die Konditionen der Vertragsauflösung schweigen alle Verantwortlichen. Aber klar ist auch: Ohne Ablöse hätte Düren auf die Einhaltung des Vertrages bestanden.

Bis Ende Mai wird Tiilikainen in Düren bleiben – auch um die Powervolleys dabei zu unterstützen, die kommende Saison vorzubereiten. „Ich habe mich hier sehr wohlgefühlt. Das ist ein sehr guter Ort für Volleyball. Deswegen hatte ich mich ja auch recht früh entschieden, meinen Vertrag zu verlängern.“ Die Entscheidung, Düren zu verlassen, sei ihm schwer gefallen.

„Als Sportler können wir Tommis Entscheidung absolut verstehen“, betonten Spielführer Jaromir Zachrich und Mittelblocker Michael Andrei. Japan sei fast so etwas wie ein „Volleyball-Paradies“ und ein „absoluter Traum vieler Sportler“. Zachrich: „Die Trainerposten werden eher vererbt als vergeben. Dieser Job ist für Tommi eine riesengroße Chance.“ Tiilikainen habe in Düren viel bewegt und spannende Dinge angestoßen, betonte auch Andrei. Und Goswin Caro hofft, in der kommenden Woche schon den Nachfolger Tiilikainens nennen zu können.

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