Aachen/Düren - Versuchter Totschlag: Drei Jugendliche vor Gericht

Versuchter Totschlag: Drei Jugendliche vor Gericht

Von: wos
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Aachen/Düren. Kevin ist jetzt 15 Jahre alt und mit seinen Eltern inzwischen ans andere Ende der Republik verzogen.

Doch was dem eher schüchternen Jungen im Sommer 2007 im Dürener Holzbendenpark passierte, daran wird er noch lange denken. Ein junges Pärchen sitzt auf der Anklagebank, er 18 und sie 19 Jahre jung.

Die beiden sollen mit einem dritten Jungen, der inzwischen wegen anderer Delikte im Jugendgefängnis sitzt, am 19. August 2007 gegen 19 Uhr dem Kevin so zugesetzt haben, dass seine Eltern ihn an jenem Tag gegen 19.30 Uhr verstört auf dem heimischen Balkon vorfanden. Hierhin hatte er sich zurückgezogen, weil er keinen Schlüssel dabei hatte und die Eltern noch einkaufen waren.

Vor der Jugendkammer des Aachener Landgerichts ist jetzt Raub, Körperverletzung und sogar versuchter Totschlag angeklagt. Denn das Trio soll dem Jungen, der auf dem Nachhauseweg von einer befreundeten Familie war und die Abkürzung durch den Park nahm, zuerst sein Handy „abgezogen”, sprich geraubt, haben.

Danach gab es wohl Prügel für den damals 14-Jährigen und zum Schluss, so berichtete er am Montag dem Vorsitzenden Richter Gerd Nohl, hätten alle drei gemeinsam versucht, ihn über einen Zaun in den Bach des Parks zu werfen.

Und da Kevin wusste, dass in dem Gewässer bereits früher eine Frau ertrunken sein sollte, bekam er Todesangst und wehrte sich mit Händen und Füßen. Doch der Bach hatte wohl nur eine Tiefe von 40 bis 60 Zentimetern, wie der Verteidiger erforscht hatte. Irgendwann hätten die drei Angeklagten abgelassen, erinnerte sich Kevin. Doch blaue Flecken, eine zerrissene Jacke und aufgeschürfte Knie blieben.

Die angeklagten Jugendlichen bagatellisierten die Sache. Ja, das mit dem Handy stimme, der Junge habe ihnen aber freiwillig Pornos in den Büschen zeigen wollen, sonst sei nichts gewesen. Auf befragen des Richters bestritt Kevin diese Version.

Das Verfahren war wegen des Tötungsvorwurfs vom Dürener Amtsgericht an das Landgericht verwiesen worden, ein Urteil wird am 20. Januar erwartet.
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