Versuchter Brudermord: Junger Täter bleibt in der Psychiatrie

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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DEU , DEUTSCHLAND : Die Goettin Justitia auf dem Roemerberg in Frankfurt DEU , GERMANY : The Justitia goddess in Frankfurt 18.06.2014 DEU Germany the Goddess Justitia on the Roemer mountain in Frankfurt DEU Germany The Justitia Goddess in Frankfurt 18 06 2014

Aachen/Düren. Als versuchter Mord war der Angriff eines damals, bei der Tat am 3. Oktober 2015, erst 16-jährigen Jugendlichen aus Hürtgen angeklagt. Er hatte am Tag der Deutschen Einheit aus nicht bekannten Gründen begonnen, auf seinen noch im Bett liegenden Bruder einzuschlagen. Mit einem schweren Gegenstand habe der Jüngere der beiden den Kopf des 25-jährigen Bruders attackiert, hieß es. Der 25-Jährige überlebte.

Seit Mitte Mai musste sich der inzwischen 17-Jährige vor der 4. Großen Jugendkammer am Aachener Landgericht in dieser Sache verantworten. Am Donnerstag fällte die Kammer unter Vorsitz von Richterin Regina Böhme nach zahlreichen und wegen des jugendlichen Alters immer nichtöffentlichen Sitzungen eine Entscheidung.

Danach sah es die Kammer als notwendig an, den Täter zunächst in einer psychiatrischen Einrichtung zu belassen. Nach der Tat war er sofort in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht worden.

Die Entscheidungsgründe der Kammer konnten auch vom Pressesprecher des Landgerichts, Richter Daniel Kurth, nicht mitgeteilt werden. In Jugendsachen sind die Informationsbeschränkungen für die Öffentlichkeit hoch. Das Gericht ging in seiner Entscheidung letztlich von einer gefährlichen Körperverletzung aus.

Laut Anklage hatte der Junge zwischen 8 und 9.30 Uhr an jenem Tag den Kopf seines schlafenden Bruders mit einem Sichtschutz abgedeckt und dann mit einem Gegenstand mehrmals heftig auf ihn eingeschlagen.

Zurück ins Zimmer

Die Mutter fand ihren verletzten Sohn gegen 10.45 Uhr, so damalige Presseberichte, blutüberströmt in seinem Bett liegend und rief sofort den Notarzt herbei. Als sie draußen vor dem Haus mit den ankommenden Rettungskräften sprach, sei der jüngere Bruder nochmals in das Zimmer gegangen, habe erneut den Kopf des Bruders abgedeckt und habe wieder auf ihn eingeschlagen.

Die zweite Tat wertete die Staatsanwaltschaft damals als einen Mordversuch, was bei einer Nichteinweisung eine erhebliche Strafe nach sich gezogen hätte. Die Entscheidung bestätigte dies allerdings nicht.

Nach der Tat lag der 25-Jährige lange Zeit im Koma. Bei einem der Verhandlungstage war das Opfer dann als Zeuge geladen und erschien auch vor der Jugendkammer. Was er zu dem Vorfall aussagte, blieb in den vier Wänden des Gerichtssaales.

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