Düren - Verschwindet das Kleingeld aus Düren?

Verschwindet das Kleingeld aus Düren?

Von: sj
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Ein- und Zwei-Cent-Münzen werden wohl auch weiterhin nicht aus den Kassen verschwinden. Foto: stock/Ralph Peters

Düren. In Kleve nehmen die Händler seit Monatsbeginn keine kleinen Cent-Münzen mehr an, die Beträge werden auf- oder abgerundet. Generell ist gerade eine Debatte um das Bargeld entbrannt. Während die einen europaweit die Ein- und Zwei-Cent-Münzen abschaffen wollen, stellen andere das gesamte Bargeld infrage.

Die Politik debattiert derweil über Obergrenzen bei der Bargeldzahlung, um illegale Aktivitäten zu unterbinden. Die Europäische Zentralbank bereitet sich darauf vor, keine 500-Euro-Scheine mehr auszugeben. Wie stehen Händler und Geschäftsleute aus Düren zu dieser Bargeld-Debatte?

„Die Diskussion um Obergrenzen finde ich vernünftig. Die Abschaffung des 500-Euro-Scheins allerdings löst keine Probleme. Wenn Kriminelle auf Bargeld zurückgreifen möchten, müssen sie demnächst einfach nur mehr kleinere Scheine bündeln und schleppen“, sagt Uwe Gunkel von der IG City Düren. Eine generelle Abschaffung des Bargelds in naher oder mittlerer Zukunft kann er sich nicht vorstellen. „Die Deutschen sind beim Bezahlen super-konservativ“, weiß er aus eigener Erfahrung. Nur 30 bis 40 Prozent aller Kunden würden aktuell in seinem Geschäft bargeldlos zahlen.

„Das ist je nach Branche und Höhe der Rechnung zwar unterschiedlich, doch nach wie vor spielt Bargeld eine wichtige Rolle“, sagt Gunkel. Was in Kleve aufgrund der Nähe zu den Niederlanden, in denen seit Jahren der Preis gerundet wird, funktioniere, sei wohl kein Modell für Düren. Die Akzeptanz dafür fehle. „Es gibt aber schon heute Kunden, die kleine Wechselgeldbeträge für einen guten Zweck spenden“, berichtet Gunkel. Dass Vorstöße für bargeldloses Zahlen auch immer von Banken kommen, wundere ihn nicht. „Für jede Transaktion wird ein kleiner Obolus fällig. Bezahlen mit Karte ist ein Geschäftsmodell.“

„Auch ein Stück Freiheit“

„Bargeld ist immer auch ein Stück Freiheit“, sagt Jörg Hamel, Geschäftsführer des Handelsverbands NRW Aachen-Düren-Köln. Viele Menschen zahlten aus Sicherheitsgründen lieber mit Bargeld. Über Transaktionen im Internet schwebe beispielsweise immer noch ein Damoklesschwert in Form potenzieller Sicherheitslücken. „Es gibt derzeit viele Initiativen, um die Sicherheit weiter zu erhöhen“, sagt Hamel. In manchen Branchen sei es nach wie vor auch nicht unüblich, auch größere Summen bar zu bezahlen, bei Juwelieren und Möbelhändlern beispielsweise.

„Eine bargeldlose Gesellschaft wird es so schnell nicht geben. Eine bargeldlose Sparkasse auch nicht“, sagt Uwe Willner, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Düren. Während sich gerade bei jüngeren Menschen das Bezahlen per Smartphone und „App“ immer größerer Beliebtheit erfreue, habe auch Bargeld nach wie vor treue Anhänger. Die Überlegungen der Europäischen Zentralbank, die 500-Euro-Scheine abzuschaffen, könne er nicht nachvollziehen. Dies mit dem Kampf gegen Kriminalität zu begründen, sei eine Verallgemeinerung, „von der ich nichts halte“.

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