Düren - „Verrückt? Na und?“: Seelische Gesundheit im Klassenzimmer

„Verrückt? Na und?“: Seelische Gesundheit im Klassenzimmer

Von: fjs
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Breit aufgestellt: Die Regionalgruppe von „Verrückt? Na und!“ baute bei ihrer Präsentation auf die Mitarbeit zahlreicher Institutionen und Einrichtungen. Foto: fjs

Düren. Ein Bündnis für seelische Gesundheit im Klassenzimmer: Auf Initiative von „Irrsinnig Menschlich“ hat sich in Düren eine Regionalgruppe „Verrückt? Na und!“ gegründet.

Zu dieser Gruppe zusammengeschlossen haben sich der Verein „Die Kette“, das Regionale Bildungsbüro des Kreises Düren, die LVR-Klinik und das St.-Marien-Hospital sowie das Nelly-Pütz- Berufskolleg. Ziel ist es, junge Menschen in Schule und Ausbildung für seelische Gesundheit zu sensibilisieren.

In einer ersten Präsentation in den Räumen des Berufskollegs übernahm Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) die Schirmherrschaft. „Verrückt. Na und. Seelisch fit in der Schule“ richtet sich an Schüler im Alter zwischen 14 und 25 Jahren sowie an Lehrkräfte mit dem Ziel, Bewusstsein für eine frühzeitige Auseinandersetzung mit seelischer Gesundheit zu schaffen.

Selbst gedrehter Film

In einem selbst gedrehten Film berichteten Schüler des Nelly-Pütz-Berufskollegs über einen Besuch des Teams in der Schule und ließen darin erkennen, wie schrittweise für das Thema seelische Gesundheit sensibilisiert und im Falle einer seelischen Krise geholfen werden kann.

Jeder Mensch braucht einen „Notfallkoffer“, der in einer seelischen Krise helfen kann. Die Schüler stellten einen symbolisch gepackten Koffer vor: Gefüllt mit Schokolade, den Telefonnummern von gut gesonnenen Menschen, Laufschuhen, Musik und verschiedenen Ideen zur Soforthilfe.

„Ansprechen statt ignorieren“, so lautet das Motto von „Verrückt? Na und!“. Es funktioniert so. Ein Team aus Fachleuten wie Psychologen oder Sozialarbeitern und einem Menschen, der seelische Krisen gemeistert hat, besucht Schüler und Azubis, um sich mit ihnen und den Lehrern auszutauschen. Anlässe sein können unter anderem Leistungsdruck, Mobbing, Krankheiten oder Ereignisse in den Familien, Süchte oder Zukunftssorgen. Höhepunkt ist das Gespräch mit den Experten.

In einer Podiumsdiskussion verwies Dr. Bodo Müller, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, auf die Erkenntnis, dass Suizid bei Jugendlichen hinter Unfällen die zweithäufigste Todesursache sei. Dadurch werde die Wichtigkeit des Themas unterstrichen.

Für die Regionalgruppe war der Präsentationstag erfolgreich. Bereits zehn neue Interessenten haben sich für eine Mitarbeit eingetragen. Die Arbeit der Teams ist vorbereitet.

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