Nideggen - Vernissage im Atelierhaus Götze in Nideggen

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Vernissage im Atelierhaus Götze in Nideggen

Von: Bruno Elberfeld
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Die beiden Künstlerinnen Muna Götze (2.v.l.) und Dr. Iris Nestler (2.v.r.) eröffneten mit Balladen von Martin Claßen und der Laudatio von Dr. Dagmar Preising (rechts) ihre Ausstellung im Atelierhaus Götze. Sie ist noch bis zum 22. November zu sehen. Foto: bel

Nideggen. Die beiden Künstlerinnen, die im Atelierhaus Götze in Nideggen ihre Gemälde, Skulpturen und Reliefarbeiten präsentieren, ergänzen sich im zwischenmenschlichen Bereich sehr gut: Dr. Dagmar Preising bezeichnete Muna Götze und Dr. Iris Nestler am Anfang ihrer Rede als Freundinnen.

Betrachtet der interessierte Besucher jedoch die Werke der Ausstellerinnen, so wird er schnell die Unterschiedlichkeit ihrer Auffassung von Kunst erkennen. Laudatorin Preising arbeitete in ihrer Lobrede diesen Gegensatz sehr treffend heraus.

„Energetische Malerei“

Die meist großformatig angelegten Gemälde Muna Götzes im Erdgeschoss überschrieb Preising mit „Energetische Malerei“. Die abstrakten Bilder – hier und da sind kleine Gegenstände und Figuren zu erkennen – kommen aus dem „Inneren“ der Malerin. Schicht auf Schicht trägt die Nideggenerin – mit Wurzeln in Österreich und Palästina – bunte Farben auf. In den vorwiegend gelben, roten und grünen Farben kann der Betrachter einzelne Pinselstriche erkennen.

Götze arbeitet nicht nur mit Acryl auf Leinwand, sondern schafft reliefartige Kollagen mit Seidenpapier, fügt kalligraphische Elemente aus lateinischen und arabischen Lettern ein. „Unverkennbar sind in dem Werk Muna Götzes die Spuren zweier Kulturen“, konstatierte die Laudatorin.

Selbst in den Skulpturen aus Pappe, Draht oder Gips scheint die Energie durch. In allen Werken Götzes dominiert die Bewegung. Sie hat zum Ziel, Menschen Freude zu bereiten.

Dr. Iris Nestler, ihrer Profession nach Kunsthistorikerin, setzt sich in ihren Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen, Glasarbeiten sowie Kollagen aus Gebrauchsgegenständen des Alltags diskursiv mit ihrer Welt auseinander. Mit einer großen stilistischen Bandbreite versetzt sie den Augenzeugen in eine Fragehaltung und lässt ihm gleichzeitig die Freiheit der Antworten, verschafft ihm die Möglichkeit der eigenen Interpretation: Was bedeutet der Hirschkäfer auf der Petroleumlampe?

Welches Geheimnis verbirgt sich hinter dem Buchdeckel, der den Neugierigen zum Öffnen bei „Malerei auf Buch“ einlädt? Voller Ausdruckskraft kommen Nestlers Zeichnungen rüber, hinterlassen Spuren im Gedächtnis. Außergewöhnliche Köpfe und Figuren geraten zu Spottbildern und Karikaturen.

Die recht gut besuchte Vernissage begleitete Martin Claßen mit eigenen Balladen auf seiner Gitarre.

Das Atelierhaus Götze hat bis zum 22. November 2015, außer mittwochs, täglich von 14 bis 17 Uhr, geöffnet.

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