Frauwüllesheim - Verkehrszählung soll Bau der Ortsumgehung forcieren

Verkehrszählung soll Bau der Ortsumgehung forcieren

Von: Jörg Abels
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Der unscheinbare schwarze Kasten registriert per Radarmessung jedes Fahrzeug an der Kreuzung Mittelstraße/Binsfelder Straße. Foto: Abels

Frauwüllesheim. Es ist nur ein unscheinbarer Kasten. Und doch soll er neue Argumente für die seit Jahren von den Anwohnern vehement geforderte Ortsumgehung Frauwüllesheim liefern. Das zumindest hofft der SPD-Landtagsabgeordnete Peter Münstermann, auf dessen Initiative der Landesbetrieb Straßenbau in dieser Woche den Verkehr an der Kreuzung Mittel-/Binsfelder Straße zählt.

Noch bis Sonntagabend, 24 Uhr, registriert ein vom Kasten ausgehender Radarkegel jedes Fahrzeug, erklärt Ralf Heiden vom Landesbetrieb. Gezählt wird in beide Richtungen, auch zwischen Pkw und Lkw wird unterschieden. Ein zweiter Kasten hängt am Ortsausgang Richtung Girbelsrath, um auch die über die L 264 in den Ort fahrenden Fahrzeuge zu registrieren.

Das Verfahren zum Bau der seit den 80er Jahren geplanten Straße ist seit Frühjahr 2010 abgeschlossen. Doch obwohl damit Baurecht besteht und die Umgehung in der Prioritätenliste längst ganz oben steht, warten die genervten Anwohner vergeblich auf die Entlastung.

Nicht zuletzt weil die rot-grüne Landesregierung die Mittel für Straßenbaumaßnahmen drastisch reduziert hat und der Straßensanierung Vorrang einräumt, kritisiert der CDU-Abgeordnete Josef Wirtz seit Jahren. Das will Peter Münstermann gar nicht in Abrede stellen. Er sagt aber auch, dass die Sanierung der Sicherheit diene.

Trotzdem hofft er, dass die neuen Zahlen und die einer zweiten Messung im Sommer, wenn auch die A4-Anschlussstelle Merzenicher Heide teilweise für den Verkehr freigegeben ist, seine Kollegen im Landtag von der Notwendigkeit der Ortsumgehung Frauwüllesheim überzeugen werden.

Obwohl die Entscheidung über die Straßenbauprojekte des kommenden Jahres in Düsseldorf noch nicht gefallen ist, rechnet Münstermann nicht mit einer Umsetzung 2014. Er hat aber die Zusage des NRW-Verkehrsministers, dass das nur bis 2015 geltende Baurecht der Umgehungsstraße nicht verfallen wird.

„Hoffentlich bedeutet eine Verlängerung aber nicht, dass die Maßnahme dann noch weiter auf die lange Bank geschoben wird“, erklärt CDU-Ratsmitglied Dr. Achim Siepen, während Rosemarie Laufenberg vielen Anwohnern aus dem Herzen und Klartext spricht: „Uns reicht es. Wir wollen endlich Fakten sehen.“

Ralf Heiden vom Landesbetrieb ist überzeugt, dass die Zählungen nicht kontraproduktiv sein werden und auf einmal weniger als die bislang angenommenen 9000 Fahrzeuge den Ort durchqueren. Ergebnisse sollen in gut zwei Wochen vorliegen.

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