Vereinigte Industrieverbände warnen vor Steuererhöhungen

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Die Zukunft im Blick: VIV-Geschäftsführer Harald Sowka (l.) und der VIV-Vorsitzende Dr. Stephan Kufferath (r.) im Gespräch mit dem einflussreichen Trendforscher Matthias Horx. Foto: Jörg Abels

Düren. Wie die großen Wandlungskräfte die Welt verändern, versuchte Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx am Montag bei der Jahreshauptversammlung der Vereinigten Industrieverbände (VIV) auf Schloss Burgau anhand einiger auch von ihm erkannter Megatrends (siehe auch www.horx.de) zu erklären.

Der VIV-Vorsitzende Dr. Stephan Kufferath widmete sich hingegen ganz handfester Sorgen der Unternehmen im Wahljahr 2013: „Wer unseren Unternehmen zu viel zumutet an Steuer- und Beitragserhöhungen und personalpolitischen Beschränkungen der unternehmerischen Freiheit, der überzieht und gefährdet unsere Wettbewerbsfähigkeit“, mahnte Kufferath die Politik, die aktuell gute Position der deutschen Industrie auf dem Weltmarkt nicht aufs Spiel zu setzen.

Aktuell sei die Stimmung in den Unternehmen auch an der Rur gut, betonte Kufferath. Der verhaltene Optimismus, mit dem die Betriebe in das Jahr gestartet seien, „scheint sich in den realen Zahlen des ersten Quartals zu bestätigen“.Trotz des positiven Trends aber sei mit Blick auf die Wahlprogramme von SPD und Grünen bei größeren Investitionen eine „verständliche Zurückhaltung“ erkennbar. Anstatt über Mindestlöhne, die Beschränkung von Leiharbeit, die Aussetzung der Rente mit 67 und Steuererhöhungen nachzudenken, müsse sich Deutschland um die wirklich wichtigen Zukunftsthemen demografischer Wandel und Energiewende kümmern, betonte der VIV-Vorsitzende.

Kufferath bekräftigte seine schon bei der Jahresanfangsveranstaltung der VIV erhobene Forderung an die Gesellschaft, das Aufstiegsversprechen an die Jugend zu erneuern. „Aufstieg gelingt nur durch Bildung. Und Aufstieg durch Bildung ist möglich.“ Kufferath verwies darauf, dass die VIV mit ihren Verbänden im Jahr 2012 rund 160 Schüler mit schulbegleitendem Mathematik- und Technikunterricht, aber auch 127 Gymnasiasten im Rahmen der Begabtenförderung unterstützt haben.

Zuwanderung ausländischer Arbeitnehmer sei an der Rur zwar noch kein Thema, dafür prognostizierte Kufferath, dass sich die Unternehmen in Zukunft noch intensiver um die persönlichen Probleme ihrer Mitarbeiter kümmern müssen, beispielsweise in Form von Schuldner- und Pflegeberatung, Gesundheits- und Kinderbetreuung. Der fürsorgende Arbeitgeber sei in Zeiten des demografischen Wandels gefragt. Kufferath machte deutlich, dass Arbeitszeiten in Zukunft noch flexibler sein müssen, dass Leiharbeit und Werkverträge als wichtige Instrumente erhalten bleiben müssen.

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