„Verein zur Erhaltung der Alten Kirche“ kümmert sich in Langerwehe

Von: Axel Keldenich
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Da war der Wurm drin, die Fäulnis tat ein Übriges: Peter Michael Porschen und Walter Rosarius präsentieren vor der neuen Orgel Teile der maroden Binder aus der Deckenkonstruktion der Alten Kirche. Foto: Axel Keldenich

Langerwehe. „Mit der Alten Kirche St. Martin ist es ein wenig wie mit dem Kölner Dom“, erklärt Walter Rosarius „sie wird nie ganz fertig“. Nur während es in Köln die städtische Dombauhütte mit festen Mitarbeitern gibt, kümmert sich in Langerwehe der „Verein zur Erhaltung der Alten Kirche“ um die vielen kleinen und großen Dinge, die in diesem Zusammenhang anfallen.

Dessen Vorsitzender Peter Michael Porschen erwähnt als Beispiel nur eine bedeutende Maßnahme der vergangenen Jahre: „Da ist die Orgel, die wir aus dem Aachener St. Gregoriushaus übernommen haben. Obwohl wir sie abgeholt und unter Anleitung eines Orgelbaumeisters aufgebaut haben, müssen wir natürlich mehrere tausend Euro für solch ein intaktes Instrument bezahlen.“

Das ist einer der größeren Posten in den Ausgaben des Vereins, der im Übrigen bereits seit 100 Jahren besteht. Von 2011 bis heute haben die Verantwortlichen 78.300 Euro für den Kirchenerhalt eingesetzt. Bis zum Frühjahr 2017 stehen die restlichen Zahlungen für die Orgel und eine dringende Sanierung des Turmsockels an. Wenn das alles geschafft ist, wird die Investitionssumme auf 92.300 Euro geklettert sein.

So seriös solche Vorausberechnungen auch sein mögen, tauchen gerade beim Erhalt alter Bauwerke wie der im Jahr 1157 erstmals erwähnten Kirche immer wieder unerwartete Situationen auf, die neues Engagement und neue Finanzen erfordern.

So stellte sich beispielsweise vor einiger Zeit heraus, dass in der Dachkonstruktion einige tragende Binder marode sind. Einerseits hatte der Holzwurm ihnen zugesetzt, andererseits war nach einem Blitzeinschlag Wasser in das Gebälk eingedrungen, so dass die mächtigen Hölzer gefault waren.

Eine der markantesten Aktionen in jüngster Zeit war die Renovierung des Treppenhauses im Turm der Kirche. Hier wurde so lange mit Leitern hantiert, bis es nicht mehr ging. Wollten Handwerker in den Glockenstuhl, war das nur unter Gefahr möglich. Deshalb gingen die Verantwortlichen daran, im Turm eine neue Holztreppe zu installieren.

Bei diesen Arbeiten wurde deutlich, dass es keinen sicheren Zugang zu der Fläche oberhalb des Kirchendaches gab. Also wurde dort ein hölzerner Steg gebaut. So ist es heute wieder möglich, dort oben Kontrollgänge zu machen und bei Bedarf, an kritische Stellen heran zu kommen. Und auch die 1950 gegossene 30 Zentner schwere Glocke ist wieder gefahrlos zugänglich.

Die engagierten Kirchenmänner Rosarius und Porschen werfen ihr Augenmerk neben Kirche und Turm auch auf die Umgebung des Gotteshauses. Dieses steht nicht nur in schwieriger Hanglage, sondern ist auch noch im wahrsten Worte auf Sand gebaut.

Dieser sandige Untergrund machte es nötig, in drei Bauabschnitten seit Ende der 90er-Jahre die 156 Meter lange Befestigungsmauer mit 21 dicken Pfeilern zu sanieren. „Unser Einsatz gilt natürlich auch der Kirche als historischem Denkmal, in dem zahlreiche Veranstaltungen wie Konzerte und Ausstellungen stattfinden. Darüber hinaus geht hier das kirchliche und gemeindliche Leben weiter“, unterstreicht Peter Michael Porschen.

Zwischen Palmsonntag und Allerheiligen finden hier regelmäßig Gottesdienste statt und durch die direkte Nachbarschaft zum Friedhof ist es normal, dass auch Totenmessen am Rymelsberg gehalten werden. Auch die Erntedankfeier, die Allerheiligenandacht und der Übergang ins neue Jahr sind Termine. Bei Letzterem können die Bürger selber die Glocke läuten.

Porschen ist dankbar, dass sein Verein von zahlreichen Institutionen, Behörden, Organisationen, Vereinen und privaten Spendern unterstützt wird. „Dennoch müssen wir immer die finanzielle Basis für jedes unserer Vorhaben schaffen und das fällt mitunter recht schwer. Deshalb ist uns weitere Unterstützung jederzeit willkommen“, appelliert er an mögliche Spender für die gute Sache der Alten Kirche in Langerwehe.

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