Verdi-Warnstreik legt fünf städtische Kitas lahm

Von: Jörg Abels
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Rund 350 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes waren dem Warnstreikaufruf gefolgt. In einem Protestzug zogen sie von der Landesklinik über den Ahrweilerplatz bis zum Krankenhaus Düren. Foto: Jörg Abels
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Harald Meyer von Verdi verteidigte die Lohnforderung mit Hinweis auf sprudelnde Steuereinnahmen.

Düren. Den landesweiten Warnstreik im öffentlichen Dienst bekamen am Dienstag in Düren vor allem die Eltern von Kindergartenkindern zu spüren. Fünf städtische Einrichtungen blieben komplett geschlossen, in drei weiteren Kindergärten wurden Notgruppen für die Kinder eingerichtet, die von ihren Eltern nicht kurzfristig bei Verwandten und Bekannten untergebracht werden konnten.

Auch das Bürgerbüro der Stadt am Markt wurde bis auf einen Notdienst weitgehend lahmgelegt. Rund 100 Beschäftigte der Stadt folgten dem Warnstreik-Aufruf, rund 350 Mitglieder der Gewerkschaft Verdi beteiligten sich insgesamt an einem Protestzug quer durch die Dürener Innenstadt, um der Gewerkschaftsforderung nach 100 Euro mehr für alle Lohngruppen, einer linearen Gehaltserhöhung von 3,5 Prozent und 30 Urlaubstagen für alle Nachdruck zu verleihen. Darunter waren Beschäftigte der Landesklinik, des Wasserverbands Eifel-Rur, aber auch zivile Beschäftigte der Bundeswehr vom Fliegerhorst Nörvenich.

Helga Schabram, Personalratsvorsitzende der Stadt Düren, stellte vor allem die soziale Komponente der Forderung in den Mittelpunkt: „Wir haben in der Stadt in vielen Bereichen Mitarbeiter in niedrigen Entgeltgruppen, die die 100 Euro gut gebrauchen können.“ Den von Bundesinnenminister Thomas de Maizière geäußerten Vorwurf der Maßlosigkeit wies sie daher ebenso entschieden zurück wie Harald Meyer, Fachbereichssekretär Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen im Verdi-Bezirk Aachen. „Die Steuereinnahmen des Bundes und der Kommunensprudeln“, verteidigte er die Gewerkschaftsforderung. „Ganz Europa erwartet von uns Deutschen, dass bei uns die Gehälter angehoben werden, damit die Binnennachfrage anzieht und der Außenhandelsüberschuss sinkt.“

Meyer betonte, dass der Staat nun mit gutem Beispiel vorangehen und die Löhne deutlich anheben müsse. Dass die Arbeitgeberseite in der ersten Tarifrunde überhaupt kein Angebot auf den Tisch gelegt hat, stieß bei den Warnstreikenden auch mit Blick auf die satte Diätenerhöhung im Bundestag auf harsche Kritik. Ingo Röser, Personalrat der Landesklinik, geht davon aus, dass sich daran auch bei der zweiten Runde am 20. und 21. März nichts ändern werde und rief seine Kollegen auf, den Protest in der kommenden Woche fortzusetzen und noch zu verstärken.

Um auch die bisher nicht gerade als streikfreudig bekannten Mitarbeiter der Kreisverwaltung und des Krankenhauses Düren mit ins Boot zu holen, zog der Protestzug auch an die Bismarck- und die Roonstraße. „Wir wollten zeigen, dass wir auch für die Mitarbeiter des Kreises und des Krankenhauses auf die Straße gehen“, betonte Meyer, in der Hoffnung, dass sich der eine oder andere an künftigen Streiks beteiligt. Am Dienstag war weder im Kreishaus noch im Krankenhaus ein Mitarbeiter dem Aufruf gefolgt.

Am Krankenhaus Düren sorgte der Protest bei allem Verständnis für die Forderung der Gewerkschaft allerdings noch für Unmut. Auslöser war der lautstarke Protest der Warnstreikenden unter anderem mit Tröten und Trillerpfeifen direkt unterhalb des Bettenhauses, der auch nach einem Hinweis der Geschäftsführung, in den Betten lägen doch auch einige schwerstkranke Patienten, die Ruhe benötigten, nicht verstummte.

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