Verbraucherzentrale NRW: Dreiste Abzockmaschen und neue Fallstricke

Von: sj
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Yvonne Fuchs (links) und Beratungsstellenleiterin Hildegard Dapper stellten den Jahresbericht 2015 vor. Foto: Stephan Johnen

Düren. Abzocke im Namen der Verbraucherzentrale? Kein Einzelfall. Mehrfach haben sich Anrufer als Verbraucherschützer ausgegeben und ihren Opfern angeboten, sie vor Werbung und vor Anrufen zu schützen. Außer zum Teil hohen Rechnungen und nichtssagendem Infomaterial, das per Nachnahme zugestellt wurde, hatten diese „Angebote“ nur einen Effekt: Das Geld der Verbraucher war weg.

Für Hildegard Dapper, Leiterin der Dürener Beratungsstelle, sind diese ungebetenen Werbeanrufe und Überrumpelungen ein Fingerzeig, dass die gesetzlichen Regelungen nachgebessert werden müssen. Trotz Verbots und verschärfter Sanktionen seien Verbraucher „am Telefon kalt erwischt“ und zum Abschluss unüberlegter Verträge gedrängt worden. Ärgerlich sei es auch, wenn sich Abzocker als vermeintliche Verbraucherschützer ausgeben.

„Abzocke am Telefon ist nach wie vor ein Thema“, bilanzierten Hildegard Dapper und Beraterin Yvonne Fuchs bei der Vorstellung des Jahresberichtes 2015. Egal, ob lästige Werbeanrufe, vermeintliche Gewinnspiele oder Test-Lieferungen, die sich als langfristige Abonnements entpuppen: Die Verbraucherschützerinnen raten, bei dubiosen Briefen lieber heute als morgen die Verbraucherzentrale um Rat zu fragen. Dort gibt es neben Rat auch viele Formulare für den Widerspruch und bei Bedarf eine Rechtsberatung.

„Jeder Abschluss am Telefon muss schriftlich bestätigt werden“, erklärt Yvonne Fuchs. Verbraucher haben zwei Wochen Zeit, dem – gewollten oder ungewollten – Vertrag zu widersprechen. Verstreicht diese Frist, werde es schwieriger, aus der Geschichte ohne Kosten wieder herauszukommen.

Besondere Vorsicht sollten Verbraucher im Internet und beim Nutzen von „Apps“ für das Smartphone walten lassen. Manches Gratis-Angebot mutiere zur Kostenfalle. Besonders heikel werde es, wenn bei „Apps“ Drittanbieter mitkassieren, indem Abo-Entgelte oder versteckte Gebühren über die Mobilfunkrechnung eingezogen werden. Mit einem Musterbrief an den Mobilfunkanbieter können solche Dienste sicherheitshalber gesperrt werden.

Ein Dauerbrenner waren auch Forderungen von Inkassounternehmen. Jede zweite Forderung sei deutschlandweit unberechtigt, oft würden unverhältnismäßig hohe Gebühren erhoben. In der Rechtsberatung war es ein Schwerpunkt, die Rechtmäßigkeit von Forderungen zu prüfen und Hilfestellungen beim Widerspruch zu geben.

Im vergangenen Jahr haben 4397 Menschen Rat bei der Verbraucherzentrale gesucht, 682 nahmen an Info-Veranstaltungen teil. Ein Schwerpunkt in diesem Jahr ist die Arbeit mit Ehrenamtlichen der Flüchtlingshilfe. „Flüchtlinge sind beim Thema Verbraucherschutz oft überfordert“, sagt Hildegard Dapper. Damit werden sie zur Zielscheibe für Abzocker

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