Verbandsfinale: Ein mickriger Punkt fehlt zum Podest

Von: Hendrik Buch
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Hand in Hand zum sportlichen Höhepunkt: die Juniorentanzgarde der KG „Jonge vom Berg“ aus Merzenich beim RVD-Finale am Wochenende in der Arena Kreis Düren. Foto: Buch

Düren. Zwei Minuten und fünfzig Sekunden hieß es volle Konzentration. Jetzt musste jeder Schritt sitzen, das Lächeln so breit sein wie möglich. Zwei Minuten und fünfzig Sekunden, so lange dauerte am Sonntag der Tanz der Juniorengarde der KG „Jonge vom Berg“ aus Merzenich.

Bereits mehr als zwanzigmal hatten die acht Mädels zwischen 12 und 15 Jahren ihre Choreographie in der vergangenen Session gezeigt, seit April vergangenen Jahres in mühevoller Detailarbeit zweimal pro Woche geprobt. In der Arena Kreis Düren stand nun der Höhepunkt des Jahres für die karnevalistischen Tänzer an: das Verbandsfinale des Regionalverband Düren (RVD).

Dass der Karneval schon vorbei ist, fand dort niemand auch nur im Ansatz störend. Denn auch wenn die Bühnen der Narren das Zuhause der Tänzer sind, ist ihr Hobby eben auch Sport. Und auf dem Verbandsturnier steht der Sport im Fokus, die Konkurrenzsituation ist auf Verbandsebene am größten. Alle sind da, die aufwendig gestalteten Kostüme und die in zahllosen Stunden geprobten Tänze können noch einmal gezeigt werden. Da die meisten nicht an den Ausscheidungen zur Deutschen Meisterschaft teilnehmen, ist es für viele auch gleichzeitig der letzte Tanz der Saison.

„Schon seit gestern bin ich aufgeregt auf diesen Tag“, berichtete die junge Tänzerin Lynn Hilgers aus Merzenich, „das RVD-Finale hier in der Arena ist immer etwas Besonderes.“ Nach Düren begleiten auch immer viele Eltern und Freunde die Tänzer, an den Hallenwänden wünschen die Gesellschaften ihren Sportlern und Sportlerinnen auf großen Transparenten viel Glück, und die vielen tanzsportbegeisterten KGs sind mit größeren Abordnungen vor Ort. Kräftig werden die Tänzer mit Fähnchen und Jubelrufen angefeuert.

Für die Juniorengarden, die am Vormittag tanzten, ging der Tag früh los: Zwei Stunden dauert es schließlich, sich für den Gardetanz in Schale zu schmeißen. Vor dem Auftritt machte Trainerin Louisa Michalak von den „Jonge vom Berg“ dann noch „Lach-Yoga“ mit ihren Schützlingen – einmal kräftig Lachen für die richtige Ausstrahlung.

Als Erste in ihrer Wertungsklasse durften sich die jungen Nachwuchstänzerinnen aus Merzenich schließlich auf der Bühne präsentieren. 407 Punkte lautete nach den fast drei Minuten die Jury-Bewertung des Tanzes.

Was war das wert? Auf der Tribüne hieß es dann: zuschauen, was die anderen machen. Als Nächstes folgte die Garde der KG „Löstige Ostdürener“. Auch ein guter Tanz, ähnliche Wertungen, nachrechnen und die erste, dicke Ernüchterung: ein mickriger Punkt mehr für die Dürener. Damit war klar, dass es für einen Platz auf dem Podest eng würde.

Denn wie erwartet zeigte die Garde der KG „Schwerfe bleiv Schwerfe“ einen klasse Tanz, verteidigte mit 425 Punkten souverän und deutlich die Verbandsmeisterschaft. Auch die TSG Niederzier-Oberzier sollte sich dann letztlich keine Blöße geben und erkämpfte sich durch ein leicht besseres Ergebnis von 411 Punkten den zweiten Platz. So jubelten am Ende die Ostdürener, und die Enttäuschung bei den Merzenichern war verständlicherweise groß. Auch wenn vor der 1. Birkesdorfer KG „Grieläächer“ und der KG „Lengeschdörpe Klompe“ aus Lendersdorf ein guter vierter Platz gelang, flossen im ersten Moment auch ein paar Tränen der Enttäuschung.

„Wir hatten uns schon den dritten Platz erhofft“, gesteht Lynn, „wenn es am Ende so knapp nicht gelingt, ist man erst einmal traurig.“ Auch Louisa Michalak, die die Junioren gemeinsam mit Christina Wolf betreut, zeigt sich enttäuscht: „Man investiert schließlich viel und will natürlich auch gewinnen“, sagt sie, „wenn man da nicht enttäuscht wäre, wäre das auch nicht normal.“

Nach den ersten Momenten zeigt aber dann auch schon wieder das „Lach-Yoga“ seine Wirkung, und erste Witze werden über das knappe Ergebnis gemacht. Dass nach all dem Karnevalstrubel nun auch sportlich die Session beendet ist, bedauern alle. „Aber die nächste Session kommt sofort“, sagen sie.

Dass sie dann auch wieder das Tanzbein schwingen, steht außer Frage. „Wir lieben einfach das Tanzen“, schwärmen sie, „und das Podest holen wir uns dann einfach in einem Jahr.“

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