Huchem-Stammeln - Vendt fühlt sich vom SPD-Ortsvereinschef ausgebootet

Vendt fühlt sich vom SPD-Ortsvereinschef ausgebootet

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
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Protegierte eine junge Kandidatin: SPD-Chef Ortwin Clever. Foto: ja

Huchem-Stammeln. Hinter den Kulissen der Niederzierer SPD rumort es. Seit der Aufstellung der Hambacherin Sandra Bozkir als Kandidatin für den Kreistag ist das Tischtuch zwischen dem bisherigen Kreistagsabgeordneten Richard Vendt und dem SPD-Ortsvereins- und Fraktionsvorsitzenden im Niederzierer Rat, Ortwin Clever, zerschnitten.

„Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ist für mich nicht mehr möglich”, betont Vendt, der sich von Clever ausgebootet fühlt. „Erst kurz vor der Versammlung wurde ich über die Gegenkandidatin informiert”, erklärt Vendt, der im November 2004 als Koppelkandidat für den kurz nach der Kommunalwahl verstorbenen Hans-Peter Stockheim in den Kreistag nachrückte.

Vendt versuchte noch, seine Gefolgsleute hinter sich zu versammeln, unterlag bei der Nominierung aber mit 25:28 gegen die Hambacherin.

Brisant an der Geschichte: Richard Vendt ist seit 1994 auch Mitglied im Niederzierer Gemeinderat, in dem die SPD zwar eine absolute, de facto aber nur eine Ein-Stimmen-Mehrheit hält. Am Montag nun nominiert der SPD-Ortsdistrikt Huchem-Stammeln seine Kandidaten für die Kommunalwahl.

Ob Vendt, der seinen Wahlbezirk 2004 mit 68,3 Prozent der Stimmen gewann und damit das beste aller SPD-Ergebnisse im Gemeindegebiet einfuhr, unter einem Fraktionsvorsitzenden Ortwin Clever noch einmal antritt, ließ er bis Freitag offen. Auch eine Einzelkandidatur scheint derzeit nicht ausgeschlossen.

Mittlerweile hat sich auch der SPD-Unterbezirkschef Dietmar Nietan eingeschaltet. In einem persönlichen Gespräch versuchte er, die verfahrene Situation zu klären. Er riet Vendt, der auch Mitglied im UB-Vorstand ist, von einem Alleingang dringend ab. Der hätte unweigerlich ein Parteiordnungsverfahren zur Folge, das man bei einem so langjährigen Mitglied (seit 1965) unbedingt vermeiden wolle.

„Der Vorstand der Niederzierer SPD kann nur hoffen, dass Richard Vendt die Brocken jetzt nicht hinwirft und weitermacht”, betonte auch Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser (SPD), der die Arbeit Vendts im Gemeinderat und für seinen Wahlbezirk ausdrücklich lobte.

Gleichzeitig machte Heuser aber auch deutlich, dass man als Politiker nun einmal nur ein Mandat auf Zeit habe und sich immer wieder aufs Neue dem Votum stellen müsse. Er verteidigte die Nominierung von Sandra Bozkir, besetze die junge Familienmutter und angehende Juristin doch die wichtigen Zukunftsthemen Jugend, Schule und Bildung.

Sie habe die Niederzierer SPD-Mitglieder mit ihrer Vorstellung überzeugt. Bis zur entscheidenden Distriktversammlung am Montag will Heuser noch einmal das Gespräch mit Vendt suchen. SPD-Ortsvereinschef Ortwin Clever war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
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