Brandenberg - „Vatertagsgenossenschaft“ möchte Barrieren abbauen

„Vatertagsgenossenschaft“ möchte Barrieren abbauen

Von: Stephan Johnen
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Nachdem sie die Terrasse des Bürgerhauses in Form gebracht haben, suchen die Brandenberger nun Unterstützer für ihr neues Projekt. Foto: Stephan Johnen

Brandenberg. Wer rastet, rostet. Da es für die Mitglieder der „Vatertagsgenossenschaft“ in Brandenberg immer neue Projekt gibt, kann nicht einmal Flugrost ansetzen. Gerade erst haben die Männer die Terrasse des Bürgerhauses runderneuert beziehungsweise fertiggestellt.

Etwa 500 Stunden haben sie investiert, um einen seitlichen, separaten Zugang zu schaffen, Fliesen zu legen und die mehr als 200 Bretter der Balkonverkleidung zu montieren. Auch Klinken mussten geputzt werden, um die Materialkosten stemmen zu können. Kaum ist das Projekt abgeschlossen, schwebt der Gruppe schon das nächste Ziel vor Augen. Sie will auf dem Dorfplatz eine barrierefreie Toilettenanlage errichten.

Die Runde der Ehrenamtler ist ein Querschnitt aller Vereine, erklärt Ortsvorsteher Rainer Polzenberg. Viele Handwerker sind vertreten, so dass ein Großteil der Arbeiten ehrenamtlich geleistet werden kann. Bis ein richtiger Name für die Gruppe gefunden ist, firmiert sie augenzwinkernd als „Vatertagsgenossenschaft“. Schließlich haben Bernd Bergs, Dennis Blatzheim, Willi Claßen, Arno Drehsen, Klaus Gabriel, Hans-Michel Heidbüchel, Erich Jansen, Helmut Jörres, Erhard Peter, Theo Schweitzer und Rainer Polzenberg am jüngsten Vatertag beschlossen, das zwischen 1994 und 1997 gebaute Bürgerhaus fertigzustellen. Das Fundament der Terrasse war zwar schon gegossen, der Rest hat aber noch einige Jahre länger gebraucht.

„Macht doch etwas Neues“, riet der damalige Gemeindedirektor den Brandenbergern – und diese setzten den guten Rat mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde auch um. Etwa 125 000 Mark standen zur Verfügung. Die Dorfgemeinschaft steuerte den gleichen Betrag hinzu – in Form von Arbeitsstunden und Eigenleistung. Die Schützen fanden im Keller Platz für sechs Schießbahnen, die Karnevalsgesellschaft übt seitdem unter dem Dach, die Vereine und Bürger hatten einen Treffpunkt im Erdgeschoss. Nur für die Fertigstellung der Terrasse fehlte das Geld. Diese Aufgabe schlossen die Ehrenamtler nun ab.

Jetzt wird die nächste Baustelle in Angriff genommen. Die Pläne für die barrierefreie Toilettenanlage hat ein Architekt bereits angefertigt, ein Bauantrag wurde gestellt. „Der Bedarf ist da, wir brauchen einen barrierefreien Zugang“, sagt der Ortsvorsteher, der auf den „Verein für Behinderte Brandenberg“ hinweist. Bislang werde bei jedem Fest ein Toilettenwagen gemietet. „Die letzten drei Stufen ist dann Körperkraft der Helfer gefragt“, sagt Polzenberg. Abhilfe könne eine feste Anlage schaffen, die von allen Vereinen genutzt werden kann. Zur Finanzierung sind die Ehrenamtler auf Spenden angewiesen, sie rechnen mit einer niedrigen fünfstelligen Summe für das Baumaterial. Die Arbeiten werden dann in Eigenleistung ausgeführt.

„Wenn wir um Hilfe bitten, wird unser Ruf auch gehört“, ist Polzenberg überzeugt. Bis Ende des Jahres soll die Bodenplatte gegossen werden, spätestens im Winter 2014/15 wollen die Brandenberger fertig sein. Infos gibt es unter Telefon 02429/7995.

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