Niederau - Vandalen auf Spielplatz: Scherben im Sand, Kleber auf Rutsche

Vandalen auf Spielplatz: Scherben im Sand, Kleber auf Rutsche

Von: Stephan Johnen
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Nachdem Kinder Glasscherben im Sandkasten gefunden hatten, wurde der Spielplatz an der Willi-Rixen-Straße gesperrt. Foto: Stephan Johnen
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Willi Katterbach kontrolliert die Spielplätze in der Stadt Düren.

Niederau. Marcella Dartmann wollte ihren Augen kaum trauen, als ihre Kinder ihr den Fund im Sandkasten zeigten: Auf dem Spielplatz am Ende der Willi-Rixen-Straße in Niederau klaffte ein etwa 50 Zentimeter tiefes Loch, aus dem anderthalb Zentimeter dicke und bis zu 20 Zentimeter lange Glasscherben emporragten.

Mit einer weiteren Mutter versuchte sie zunächst, die Scherben auszugraben und diese im Mülleimer zu entsorgen. „Aber wir sind nur auf neues Glas gestoßen, das war uns zu gefährlich. Da haben wir die Polizei alarmiert“, sagt die Mutter, die mit ihren Kindern oft den Spielplatz besucht. Gefunden wurde die improvisierte Fallgrube am Freitagabend, auch am Montag war der Spielplatz noch für Kinder gesperrt.

„Die Reaktion der Mütter war genau richtig“, betont Willi Katterbach vom Dürener Service Betrieb (DSB). Sollten Eltern oder Kinder auf Spielplätzen etwas Ungewöhnliches oder gar Gefährliches entdecken, sei der DSB (Telefon 02421/94340) der richtige Ansprechpartner. Oder abends und am Wochenende Polizei und Ordnungsamt. Willi Katterbach ist zuständig für die Kontrolle der Spielplätze im Stadtgebiet, beinahe täglich wird ein Vandalismusschaden gemeldet. Doch eine Fallgrube war auch für ihn neu.

Mitarbeiter des Service Betriebs haben am Montag die Glasscherben entfernt und den gesamten Spielplatz noch einmal genau unter die Lupe genommen. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung, doch Willi Katterbach geht aufgrund seiner Erfahrung in diesem Fall davon aus, dass Kinder vermutlich „in einem etwas übereifrigen Spiel“ die Grube gegraben haben und keine böse Absicht dahintersteckt. Die womöglich beim „Eingraben“ zu Bruch gegangene Glasscheibe stammt vermutlich von einem Couchtisch, der als Sperrmüll an die Straße gestellt wurde. „Das hätte aber auch ins Auge gehen können“, möchte Katterbach die Gefahren nicht kleinreden.

Mit „böswilliger Absicht“ sei vor einiger Zeit auf einem anderen Spielplatz eine geköpfte Bierflasche mit der scharfen Seite nach oben unterhalb einer Rutsche in den Sand gesteckt worden. Aufsehen erregten vor zwei Jahren in Klettergerüste gesteckte Rasierklingen im Rölsdorfer Volkspark. „Das ist zum Glück nicht die Regel“, sagt Katterbach.

Etwa einmal im Vierteljahr komme es vor, dass unbekannte Täter derartige „Fallen“ aufbauen, meist Glasscherben, die vor Spielgeräten verteilt werden. In einem Fall wurde eine Rutsche mit Sekundenkleber eingeschmiert und anschließend mit Sand bestreut. „Zum Glück hat sich noch kein Kind verletzt“, sagt Katterbach. Der DSB kontrolliert zwar regelmäßig alle Plätze, bittet aber Eltern darum, generell ein wachsames Auge zu haben.

Meist sind es verschmutzte Spielplätze oder Sachbeschädigungen, die den DSB auf den Plan rufen. In der Stadt gibt es 138 Spielplätze, um die sich die Mitarbeiter kümmern. Zum Aufgabengebiet gehören auch die Außengelände von 14 Kitas und 20 Schulen. „Zwei Mitarbeiter sind montags bis freitags im Einsatz, um Schäden zu reparieren, zwei weitere, um die Spielplätze sauberzumachen“, sagt Katterbach. Einmal im Jahr wird der Sand auf allen Plätzen durchgesiebt.

„Im Jahr geben wir 100.000 bis 150.000 Euro für Reparaturen aus. Mehr als die Hälfte aufgrund von Sachbeschädigungen“, rechnet Katterbach vor. Neben Zerstörungen spielt auch Diebstahl eine Rolle. So wurden jüngst an mehreren Spielplätzen die Schaukeln geklaut und Metalldiebe haben es auch auf die Aluminium-Netze der Tischtennisplatten abgesehen.

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