Uwe Waßmund: Vereinsmann mit Blick von Außen

Von: bugi
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„Ich sehe das als Chance, nicht aus einer Verwaltung zu kommen“, sagt Uwe Waßmund, der in Nideggen Bürgermeister werden will. Foto: Giesen

Nideggen. Dass Uwe Waßmund ein Herz für die Vereine hat, wird nicht weiter verwundern. Als „Nachtwächter“ bietet das Mitglied des Heimat- und Geschichtsvereins Führungen durch Nideggen an, zudem ist er als Präsident der KG „Burgjecke“ im Brauchtum engagiert.

„Die Vereine sind die Stütze des öffentlichen Lebens in den ländlichen Regionen“, sagt der 49-Jährige, der als Parteiloser bei der Bürgermeisterwahl in Nideggen antritt.

Waßmund ist gelernter Versicherungskaufmann, hat ein Abendstudium zum Bilanzbuchhalter absolviert und ist als Assistent der Geschäftsleitung in einem Kölner Autohaus tätig. 254 Mitarbeiter hatte das, jetzt sind es 34. Den Personalabbau hat er als Betriebsratsmitglied begleitet. „Ich weiß, was es bedeutet, Unternehmen zu retten. Natürlich kann man das nicht eins zu eins auf eine Stadt wie Nideggen übertragen, aber ich verstehe die Prozesse.“

Waßmund will den Nachteil, nicht über Verwaltungserfahrung zu verfügen, in einen Vorteil ummünzen: „Wirtschaft tickt anders als Verwaltung. Ich sehe das als Chance, nicht aus einer Verwaltung zu kommen.“

Werben um den Mittelstand

Um den Mittelstand will sich Waßmund als Bürgermeister bemühen, will Gewerbe ansprechen, das zur Touristikbranche passt. „Wir brauchen nicht den dritten Billig-Bekleidungsmarkt im Gewerbegebiet“, sagt Waßmund, der sich vom passenden Handwerk auch eine Belebung der Innenstadt verspricht. Wäre Waßmund ein bequemer Bürgermeister?

Als Nachtwächter und KG-Präsident hat er schon in der Vergangenheit klar seine Meinung geäußert und ist damit auch angeeckt. Dazu steht er, macht aber auch deutlich, dass er sich nicht als Einzelkämpfer sieht. „Ich glaube nicht, dass es schwierig wird, Mehrheiten im Rat zu finden. Es geht schließlich nicht darum, nur die eigene Meinung durchzusetzen“, betont er. Und: „Als Bürgermeister habe ich die Verantwortung. Ich muss selbst Ideen haben und sie dem Rat präsentieren und sie gleichzeitig so vorbereiten, dass der Stadtrat beschlussfähig wird.“

Das traut er sich zu, denn: „Mir geht es darum, das Beste für Nideggen zu erreichen und nicht das Beste für den Stadtrat.“ Stress sieht Waßmund bei dem Amt nicht auf sich zukommen. „Repräsentieren muss ich als KG-Präsident jetzt auch schon“, sagt er. Seine Motivation: „Ich lebe seit 18 Jahren in dieser Stadt. Ich war Dank der Vereine sofort integriert und fühle mich als Nideggener. Und mir liegt Nideggen schlicht am Herzen.“

Und natürlich das Vereinsleben. Bei aller Vereinsliebe bleibt er als Kandidat finanz-politischer Realist: „Die Kostenerhöhungen für die Vereine als Beitrag zur Entschuldung der Stadt waren schwierig. Es war aber der richtige Weg.“ Eine kleine Einschränkung macht der Vereinsmann dann doch: „Ich würde mir wünschen, dass die Jugendarbeit der Vereine da noch stärker berücksichtigt würde.“

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