Urlaubsregion Nordeifel: Niederländisch lernen für den guten Service

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Die wichtigsten Fremdsprachen in der Eifel sind in dieser Reihenfolge: Niederländisch, Englisch und Französisch. Mehrsprachigkeit hilft mit den Kunden und ist ein Einstellungskriterium. Foto: Berners
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Gotthard Kirch, Geschäftsführer des Vereins Rureifel-Tourismus. Foto: Archiv

Heimbach. „Die Region muss sich um ihre niederländische Sprachkompetenz kümmern“, nennt Gotthard Kirch, der Geschäftsführer des Vereins Rureifel-Tourismus eine Herausforderung für die Zukunft der Ausflugs- und Urlaubsregion Nordeifel. „Viele Gastgeber haben Hemmungen, sich mit ihren Gästen in deren Muttersprache zu unterhalten.“

Dabei ist es aus Sicht des Tourismusexperten gar nicht zwingend, dass jeder, der mit Touristen zu tun hat, sich fließend über alle möglichen Themen unterhalten kann. Natürlich braucht es diese Menschen auch, aber: „Besonders wichtig ist die Geste. Es geht darum, den Gästen zu zeigen, dass sie willkommen sind“, betont Kirch. Da sei ein: „Ik spreek een beetje Nederlands. Ik kan je wel verstaan“ schon sehr hilfreich – auf Deutsch: Ich spreche ein wenig Niederländisch. Ich kann dich verstehen.

Die Sprachkompetenz, vor allem die niederländische, müsse in der Region noch ausgeweitet werden. Deutsche Touristen würden sich schließlich auch freuen, wenn sie an der Küste freundliches, Deutsch sprechendes Personal anträfen. Schön wäre es zum Beispiel, wenn Bestellungen im Restaurant oder Gespräche in einem Geschäft auf Niederländisch stattfinden könnten.

Wichtigste Sprache

Eine weitere wichtige Fremdsprache in der Eifel ist Englisch – Französisch folge erst an dritter Stelle. „Wir wissen, dass die Franzosen überwiegend Urlaub im eigenen Land machen, und die französischsprachigen Belgier suchen eher die Eifel-Ardennen-Region auf“, sagt Kirch.

Wichtig sei die Sprachkompetenz zuallererst in der Gastronomie und in den Unterkünften. Vor allem in Heimbach, wo das Feriendorf besonders viele Niederländer anlockt. Fremdsprachenkenntnisse seien aber auch darüber hinaus wünschenswert: So hätten schon Apothekenmitarbeiter und medizinisches Personal aus Heimbach Fortbildungen absolviert, als sie merkten, dass im Ferienpark aus niederländischen Gästen auch Patienten werden können, denen ohne Sprachbarriere leichter geholfen ist.

Ein gängiges Klischee lautet, dass jeder Niederländer Deutsch könne. Das stimme jedoch nicht, betont Kirch: „Früher haben die Niederländer als erste Fremdsprache Deutsch gelernt. Heute ist das nicht mehr so. Allerdings sprechen die meisten Niederländer gut Englisch.“

Daher sei es auch gar keine Schande, wenn das Gespräch auf Niederländisch beginne und die Gesprächspartner dann ins Englische wechseln. Auch in dem Fall geht es um die Botschaft. „Der Versuch zählt“, unterstreicht Kirch.

Mitarbeiter des Vereins Rureifel-Tourismus haben bereits Kurse absolviert, es werden auch Schulungen für andere Touristiker angeboten. Die Mitarbeiterin, die im Landal-Park an der Touristeninfo des Vereins sitzt, hat auch einen Intensivkurs absolviert, denn dort ist es wichtig, auch kompliziertere Gespräche führen zu können. Kirch: „Selbstverständlich ist die Sprachkompetenz bei Einstellungen bei uns ein entscheidendes Kriterium. Ich kann jedem einen Intensivkurs empfehlen“, sagt Gotthard Kirch, der selbst einen Bildungsurlaub in Amsterdam verbracht hat.

Übrigens: Der Anrufbeantworter in der Zentrale des Landal-Parks meldet sich erst auf Deutsch und dann auf Niederländisch.

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