Urheberrecht: Erben des Architekten von St. Bonifatius melden sich zu Wort

Von: sj
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Düren. „Warum wurden Pläne für einen Umbau ausgestellt, die keine Chance auf eine Verwirklichung haben?“, fragen die Mitglieder des Fördervereins der Bonifatiuskirche. Bereits im Juni hätten die Erben des Architekten der Kirche gegenüber der Pfarre Einspruch gegen den Umbau eingelegt und Urheberansprüche geltend gemacht, sagt Sprecher Peter Lochner.

„Ich frage mich, warum die Öffentlichkeit davon nichts erfährt.“ Lochner und die Mitglieder des Vereins, die eine Umnutzung des Sakralbaus verhindern möchten und für den Erhalt der Kirche kämpfen, fordern die Pfarre St. Lukas erneut auf, auf die Umbaupläne zu verzichten.

Der Münchner Rechtsanwalt Christopher Langlotz bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung, dass er die Interessen des Enkels von Professor Albert Bosslet, dem Architekten der Bonifatiuskirche, vertritt. Sein Mandant sei sehr daran interessiert, die Kirche als Teil der schöpferischen Hinterlassenschaft seines Großvaters im Originalzustand zu erhalten.

Er wies darauf hin, dass gemäß der urheberrechtlichen Bestimmungen ein Umbau der Kirche ohne die Einwilligung der Erben unzulässig sei. Bereits im Juni habe er den Kontakt zur Pfarre St. Lukas gesucht, um die Angelegenheit zu klären.

„Es werden Gespräche geführt“, bestätigte Pfarrer Hans-Otto von Danwitz der DZ. Die Pfarre St. Lukas habe ihrerseits rechtlichen Beistand gesucht.

„Wir sind guten Mutes, dass es zu einer Einigung kommt“, sagte von Danwitz. In der Vergangenheit habe es schließlich schon mehrere „erhebliche bauliche Veränderungen“ an der Bonifatiuskirche gegeben, „ohne dass dagegen geklagt wurde“.

Von Danwitz rechnet auch in diesem Fall nicht mit einer Klage. „Sollte es dazu kommen, wird das Gericht die Interessen abwägen.“ Das Urheberrecht erlischt 70 Jahre nach dem Tod. Im Fall der Bonifatiuskirche ist das im Jahr 2027. „Wir haben die Pläne, der Umbau ist beschlossen. Notfalls schließen wir die Kirche solange ab.“

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