Unüberwindbare Barriere: Rollstuhlfahrer hadert

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Die mehrere Zentimeter hohe Kante im nicht komplett wiederaufgefüllten Baugraben vor seiner Tür, ist für Rollstuhlfahrer Günther Schmitz ohne fremde Hilfe eine unüberwindbare Barriere. Foto: Abels

Derichsweiler. Günther Schmitz ist sauer. Seit gut sechs Wochen kann der Rollstuhlfahrer sein Haus an der K27/Im Reuter nur noch mit fremder Hilfe verlassen. Grund sind von der Telekom in Auftrag gegebene Erdarbeiten zur Internetversorgung, die bis heute nicht abgeschlossen sind. Der Zufahrtsweg zu seinem Haus wurde aufgerissen, „ohne dass wir Anwohner informiert wurden“, ärgert sich Schmitz.

„Und dann wurde die Asphaltdecke nicht mehr komplett wiederhergestellt.“ Seit Wochen klafft ein 25 Meter langes, etwa 70 Zentimeter breites, und mehrere Zentimeter tiefe Rille in dem Verbindungsweg zum Neubaugebiet vor seiner Tür. Für den Rollstuhlfahrer eine Barriere, die er ohne fremde Hilfe nicht überwinden kann.

Auf den ersten Blick scheint es, als wäre der noch intakte Weg breit genug. Wenn Günter Schmitz aber mit seinem Rollstuhl den Schrägaufzug von seiner Wohnung im Obergeschoss in der einzig möglichen Art und Weise benutzt, bleibt nicht mehr genügend Platz. „Wenn ich zur Straße fahren möchte, würde ich immer mit einem Rad über die Kante rutschen“, erklärt er. Und die Kante mit eigener Kraft wieder zu überwinden, sei ihm schlichtweg un möglich.

Über diesen Missstand hat er die Telekom ebenso informiert wie über den nur provisorisch mit einer Metallplatte verschlossenen Graben in der Straße vor seinem Haus. „Immer wenn ein Lkw vorbeifuhr, traten Erschütterungen auf, die die Gläser in meinen Schräken klirren ließen.“ Der zuständige Sachbearbeiter der Telekom teilte ihm schriftlich mit, dass die Beschwerde an die Baufirma weitergeleitet wurde: „Unser Auftragnehmer wurde angewiesen, den Mangel umgehend zu beheben“, bekam Schmitz zur Antwort.

Und tatsächlich rückte die Firma am vergangenen Dienstag an und schloss den Graben in der Hauptstraße, wenn auch aus Schmitz‘ Sicht ungenügend. „Wenn Lkw darüber fahren, ist immer noch ein lautes Poltern zu hören.“ Am größeren Problem, dem Zufahrtsweg vor seinem Haus, geschah nichts. „Die Baufirma ist abgezogen, ohne Bescheid zu sagen, wie es weiter gehen wird“, ärgert sich der Rollstuhlfahrer, der erst einmal weiter auf fremde Hilfe angewiesen ist.

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