Unterricht künftig jahrgangsübergreifend im Verbund?

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
Wolf Krämer-Mandeau sieht auf
Wolf Krämer-Mandeau sieht auf Basis der Schülerzahlen keine Zukunft für eine eigenständige Grundschule in Hambach. Foto: ja

Niederzier. „Bündisch und jahrgangsübergreifend denken.” Diese Empfehlung gibt Wolf Krämer-Mandeau von der Projektgruppe Bildung und Region aus Bonn den Politikern aus der Gemeinde Niederzier mit auf den Weg, wenn sie langfristig an der bestehenden Schulstruktur festhalten wollen.

Problem in Niederzier ist nicht wie andernorts die weiterführende Schule. Hier ist die Gemeinde mit der vor 19 Jahren mit der Nachbargemeinde Merzenich gegründeten und ausgelasteten Gesamtschule bestens aufgestellt. „Und die Fünfzügigkeit der Schule steht auch nicht zur Disposition”, betonte Bürgermeister Hermann Heuser.

Gedanken aber werden sich die Kommunalpolitiker wohl oder übel aber die Grundschullandschaft machen müssen. Der Rückgang der Schülerzahlen in den kommenden Jahren wird wie nahezu überall im Kreis drastisch sein. Gibt es aktuell noch knapp 600 Grundschüler im Gemeindegebiet, so geht deren Zahl bis ins Jahr 2016/17 um fast ein Drittel zurück. „Ihnen werden in fünf Jahren von der Bezirksregierung nur noch für 20 Klassen in allen Grundschulen Lehrer zugeteilt”, prophezeite Krämer-Mandeau, der vor Politikern, Eltern und Lehrern in Huchem-Stammeln die Ergebnisse des kreisweiten Schulentwicklungsplan auf die Gemeinde Niederzier herunterbrach.

Während Bürgermeister Hermann Heuser noch einmal betonte, es sei Konsens aller Fraktionen im Gemeinderat, so lange wie möglich auch an der seit Jahren gefährdeten Katholischen Grundschule Hambach festhalten zu wollen, sieht der Planer allein auf Basis der vorliegenden Kinderzahlen keine Zukunft für einen eigenständigen Standort. Die Anmeldezahlen werden schon 2014 unter die Minimalgrenze von 15 fallen. 2016 werden es nach derzeitigem Stand sogar nur noch neun Kinder sein. „Wenn Sie Hambach langfristig mit sehr kleinen Klassen aufrechterhalten wollen, bedeutet das größere Klassen in allen anderen Orten”, gab der Schulexperte zu bedenken, und warnte indirekt vor einer Ungleichbehandlung, die zweifelsohne für Zündstoff sorgen würde.

Die zuständige Schulrätin Anna Helene Lürken vom Kreis Düren bot daher schon einmal ihre Unterstützung an, für die KGS Hambach analog zu anderen Orten im Kreisgebiet ein „besonderes pädagogisches Konzept” zu entwickeln, im Verbund eventuell mit der Gemeinschaftsgrundschule Niederzier. Auch die Schulrätin regt an, verstärkt jahrgangsübergreifend in Hambach zu unterrichten.

Und weil auch die in den vergangenen Jahren noch ausgebauten Grundschulen in Niederzier, Huchem-Stammeln und Ellen Schüler verlieren und damit nicht mehr den heutigen Klassenbedarf haben werden, regte Krämer-Mandeau an, in den frei werden Räumen Platz für die Kindergartenkinder zu schaffen, die angesichts des prognostizierten Anstiegs bei den nachgefragten U3-Plätzen in den vorhandenen Kitas ohne neuerliche Investitionen nicht mehr untergebracht werden können. „Der Begriff ?Haus der Kindes gefällt mir”, ließ Bürgermeister Heuser durchaus Sympathie für dieses Modell erkennen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert