Unter Drogeneinfluss plötzlich zugestochen

Von: han
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Düren. Das Schöffengericht hat am Dienstag eine 29-jährige Dürenerin wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer zweieinhalbjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Die Angeklagte hatte im November während eines Streits mit ihrer 42-jährigen Freundin in ihrer Wohnung zu einem Klappmesser gegriffen und diese mit einem Stich in Brust und Lunge lebensgefährlich verletzt. Nur durch eine Notoperation konnte das Opfer gerettet werden. Strafmildernd wertete das Gericht unter Vorsitz von Hans Georg Wingen, dass die Täterin unter Alkohol- und Drogeneinfluss stand. Die Staatsanwalt hatte drei Jahre Haft gefordert.

Angeklagte und Opfer kannten sich gut. Beide gehörten zur „Szene” am Langemarckpark, zum „Kreis der üblichen Verdächtigen”, wie der Richter feststellte und waren seit Jahren drogenabhängig. Einige Wochen hatte die 42-jährige sogar bei der Dürenerin gewohnt, musste dann aber wieder die Wohnung verlassen. Zurück blieb eine Tasche, die das Opfer am Tattag abholen wollte. Getroffen hatte man sich im Park, wo die Angeklagte schon am frühen Morgen begonnen hatte, Alkohol und Drogen, insbesondere Heroin und Valium, zu konsumieren.

So hatte sie am frühen Abend rund 2,5 Promille Alkohol im Blut, wie der Sachverständige errechnete, der eine „wesentliche Herabsetzung der Steuerungsfähigkeit” bescheinigte. „Die war durch den Wind”, beschrieb das Opfer ihre Kontrahentin. Schon im Park und auf dem Weg zur Wohnung waren beide aneinander geraten. Warum konnte das Gericht nicht klären. Auch in der Wohnung ging der Streit weiter. Die Angeklagte, die nach Aussagen der Zeugin nur „konfuses Zeug sprach”, sprühte dem Opfer zunächst Pfefferspray ins Gesicht und griff dann zum Messer, das „auf dem Küchentisch so herum lag”, um unvermittelt zuzustechen. Als „das Blut spritzte” bekam sie nach eigenen Aussagen einen Schock, legte das Opfer auf eine Couch und rief Polizei und Krankenwagen. Handlungen, die der jungen Frau eine Anklage wegen versuchten Totschlags ersparten.

Das Gericht griff dennoch hart durch und verstand sein Urteil, wie es Richter Wingen formulierte, als „Druck” auf die Angeklagte, sich einer Therapie zu unterziehen. Schon ein dutzend Mal hatte diese vor den Schranken des Gerichts gestanden - wegen Beschaffungskriminalität und anderer Delikte. Eine Bewährungsstrafe wollte das Gericht nicht aussprechen, weil dann die Angeklagte „wieder schnurstracks in den Langemarckpark gelaufen wäre”.
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