Vossenack - „Unser Dorf hat Zukunft”: Vossenack ist Golddorf mit Weitblick

„Unser Dorf hat Zukunft”: Vossenack ist Golddorf mit Weitblick

Von: Stephan Johnen
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Schöne Aussichten: Die Vossen
Schöne Aussichten: Die Vossenacker wollen sich auf der Goldplakette nicht ausruhen. In der Dorfwerkstatt werden Pläne für die Zukunft geschmiedet. Foto: Johnen

Vossenack. Die Menschen der Eifel sind bodenständig, neigen nicht zur Übertreibung, heißt es. Doch sie kennen auch keine falsche Bescheidenheit, wenn es darum geht, verdiente Erfolge zu feiern. „Vossenack ist das Dorf mit Weitblick”, sagt Bruno Linzenich. Ortsvorsteher Ulli Hallmanns und seine Kollegen aus dem Arbeitskreis „Landeswettbewerb” nicken zustimmend.

Weitblick - damit meint Linzenich nicht nur den Panoramablick der Vossenacker in die Natur. Weitblick - das ist für die Dorfbewohner offenbar Programm. Das sehen auch andere so: Am Sonntag wurde Vossenack mit einer Goldplakette des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft” ausgezeichnet.

Es gab Zeiten, in denen es bei diesem Wettbewerb vorrangig um Blumenschmuck ging. Das ist Geschichte. Gepflegte Plätze und Geranienkübel können dem Erscheinungsbild nie schaden, doch ein zentrales Thema bei „Unser Dorf hat Zukunft” ist die Dorferneuerung.

Wie kann die Lebensqualität der Bewohner verbessert werden? Wie kann der Dorf- und Landschaftscharakter bewahrt werden? Wie steht es um die bürgerschaftliche Eigenverantwortung? Wie um das gesellschaftliche und kulturelle Leben? Wie um die Infrastruktur? Mit all diesen Fragen haben sich die Vossenacker beschäftigt - nicht erst seit gestern. Die Antworten auf diese Fragen haben die Jury offensichtlich überzeugt.

Doch was macht Vossenack so zukunftssicher? Zum einen die Infrastruktur, betont Ulli Hallmanns und beginnt eine Auflistung: Es gibt eine Grundschule mit Übermittagsbetreuung, eine Kita mit U- 3-Plätzen, ein Gymnasium, Sportplätze, eine Turnhalle, ein Freibad und ein Hallenbad, einen Bäcker, einen kleinen Supermarkt, zwei Metzger, Hotels, ein Seniorenheim, einen Zahnarzt, einen Pastor, einen Allgemeinmediziner, zwei Physiotherapeuten, einen Logopäden...

Die Liste ist lang für einen Ort, der mit seinen zwei weiteren Ortsteilen Raffelsbrand und Simonskall etwa 2500 Einwohner zählt. „Hätten wir noch einen Schuster, müsste keiner das Dorf verlassen”, bilanziert Heinz Fazius, der die Bewerbung für den Landeswettbewerb mit vorbereitet hat.

Und die Vossenacker sind sich bewusst, dass diese Vielfalt nicht selbstverständlich ist und von allen getragen und gefördert werden muss: „Wir achten darauf, dass es ein Miteinander gibt”, sagt Ulli Hallmanns. Das gelte für die Handwerker und Gewerbetreibenden im Ort ebenso wie für die 17 Vereine, die sich schon im Jahr 1997 dazu entschlossen haben, eine Dorfgemeinschaft zu gründen und viele Dinge in gemeinsamer Regie in Angriff zu nehmen.

So wurde mit vereinten Kräften ein Dorfgemeinschaftshaus realisiert, das die Bewohner zusammenrücken ließ. „Und die Integration der Neubürger klappt sehr gut”, sagt Brigitte Brüll. Auch dafür gebe es bei den Vereinen ein Konzept. Gleiches gelte für die Seniorenarbeit im Dorf, bei der sich viele ehrenamtliche Helfer wie Walburga Brüll einbringen, für die Jugendarbeit und für die Pflege der öffentlichen Plätze, bei der ein Team aus Senioren wertvolle Arbeit leistet.

„Ein Preis ist immer eine Gelegenheit, alles noch einmal zu überprüfen”, sagt Bruno Linzenich. Auf den bisherigen Erfolgen wolle sich niemand ausruhen - könne sich niemand ausruhen.

In der Dorfwerkstatt werden daher wieder neue Pläne geschmiedet. „Wir kennen unsere Stärken, aber wir wissen auch um unsere Schwächen”, sagt Linzenich. So stehe das Thema Leerstand an, und es müsse gelingen, für Familien Bauland auszuweisen.

Weil es kein Jugendheim gibt, soll im kommenden Jahr ein Mehrgenerationen-Treffpunkt angestoßen werden. Auch der Internetauftritt, der potenziellen Neubürgern einen ersten und wichtigen Eindruck vermittle, soll überarbeitet werden. Die Vossenacker haben sich noch einiges für die Zukunft vorgenommen.
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