„Unser Dorf hat Zukunft“: Mit Charme ins Herz der Jury

Von: Lukas Weinberger
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Im Gänsemarsch durch den Eifelort: Die Vossenacker Verantwortlichen präsentierte der 15-köpfigen Bundeskommission von „Unser Dorf hat Zukunft“ die zahlreichen Facetten ihres Ortes. Foto: Lukas Weinberger
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Zur Begrüßung der Jury gab‘s Klänge von den Volksmusikanten.

Vossenack. Es ist ja bekanntlich der erste Eindruck, der zählt. Und Vossenack hatte sich herausgeputzt. Kein Wunder, der Ort in der Gemeinde Hürtgenwald hatte allen Grund dazu. Die Bundeskommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ kommt schließlich nicht alle Tage vorbei.

Am Samstag schon. Vossenack war im vergangenen September als „Golddorf“ auf Landesebene ausgezeichnet worden, darf deshalb mit Dörfern aus dem Bundesgebiet um weitere Medaillen wetteifern. Und so tippelte der ein oder andere Vossenacker im Ortskern nervös umher, als um 15.30 Uhr der Bus mit der Jury anrollte.

Die Volksmusikanten Vossenack griffen prompt zu Trompete und Co., punkteten mit einem Begrüßungsständchen – erster Eindruck gelungen! Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch, selbst Vossenacker, und Ortsvorsteher Ulrich Hallmanns übernahmen die Grußworte, Moderatorin Birgit Franke steckte den Fahrplan ab. Und dann spulte der Eifelort sein ebenso gut vorbereitetes wie durchdachtes Programm ab: In nur drei Stunden präsentierte man alle Facetten des Dorfes.

Klar, nur auf den ersten Eindruck zu setzen, wäre grob fahrlässig gewesen – und so hatte sich der Arbeitskreis, der den Plan entwickelt hatte, ins Zeug gelegt, um weitere Pluspunkte zu ergattern: Gestartet wurde im Altenheim, auch an Grundschule, Gymnasium und Kindergarten zogen die Vossenacker mit der Kommission vorbei. Dorfplatz, Geschäfte, Museum, Grünflächen, Freizeitmöglichkeiten wie der Kletterwald und die Landwirtschaft vor allem in Raffelsbrand standen ebenso auf der Agenda. Einige Juroren begutachteten auch Simonskall.

Am einzigen Makel des Tages hatten die Vossenacker keine Schuld: Ausgerechnet als die Karawane das Freibad inspizierte, öffnete der Himmel kurzzeitig seine Schleusen. Der Charme des restlichen Programms blies die ungebetene Zugabe an Eifelwetter aber einfach weg: Immer wieder brachten kleine Anekdoten die Jury zum Schmunzeln. Zur Verköstigung gab’s Holunderlikör des Ortes, Schnittchen mit echtem Vossenacker Honig. Die Bewohner des Ortes waren auf den Beinen, bevölkerten Spielplätze und Lokale, grüßten. Dazu konnte die Jury mehrfach großartige Ausblicke auf den Ort und seine Umgebung genießen – ganz getreu dem doppeldeutigen Motto „Vossenack – das Dorf mit Weitblick“.

Bei „Unser Dorf hat Zukunft“ geht es eben nicht um mit der Nagelschere gestutzte Grashalme, nicht um in Reih und Glied angeordnete Kieselsteine – der Bundeswettbewerb ist mehr: Infrastruktur, Wirtschaft, Bildung, Ökologie und vor allem – der Name verrät es schon – die Zukunft des Dorfes.

„Dieser Wettbewerb hat dem gesamten Ort einen riesigen Schub gegeben“, erklärte Bürgermeister Buch beim Abschlussgespräch im Saal nicht ohne Stolz. Dort warfen die Vossenacker noch einmal alles in die Waagschale: Zunächst gab’s einen Film über den Ort, der Facetten aufzeigte und Eindrücke vertiefte, dann den „Bozner Bergsteigermarsch“ – gespielt vom Trommler- und Pfeifercorps des Dorfes und textlich auf Vossenack angepasst.

Den hörte Jury allerdings nur beim Abmarsch. Die drei Stunden waren um, da ist die Jury konsequent. Ein Grund zum Verdruss war das nicht: „Wir haben lange auf diesen Tag hingearbeitet - und das ganze Dorf hat toll mitgezogen“, lobte Manfred Braun vom Arbeitskreis am Ende des Tages. Jetzt müssen sich die Vossenacker allerdings gedulden. Die Ergebnisse werden Ende Juni bekanntgegeben – mit allen Eindrücken.

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