Düren - Ungewöhnliche Wörter auch mal mitten in der Nacht nachschlagen

Ungewöhnliche Wörter auch mal mitten in der Nacht nachschlagen

Von: Anke Holgersson
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Achim Jaeger hat eine Schwäche für Werke aus dem Mittelalter (Ritter-Romane). Foto: Andersson

Düren. Bei Dr. Achim Jaeger, Lehrer und Regionalforscher, von einem passionierten Leser zu sprechen, erscheint wie eine hoffnungslose Untertreibung. Auf ungefähr 10.000 Exemplare schätzt der Dürener den derzeitigen Buch-Bestand seiner Familie. Und so wird, wer deren Haus betritt, im Eingangsflur nicht nur von Jaeger und seiner Frau Anne Cerbe begrüßt, sondern auch von einem großen und gut gefüllten Bücherregal.

Es beherbergt die Sparte „Literatur der Moderne“ und ist bei weitem nicht das einzige Regal seiner Art im Haus. Wie viele es insgesamt gibt? Achim Jaeger rechnet nach: Das Arbeitszimmer im Erdgeschoss hat drei Regalwände mit Geschichtsbüchern, Bildbänden und Regional-Titeln. Die Wohnetage im ersten Obergeschoss sollte eigentlich (abgesehen von dem Regal mit „internationaler Literatur“ im Flur) buchfrei bleiben.

Ein Vorsatz, der nicht lange hielt, denn in dieser Familie müssen Nachschlagewerke griffbereit sein. Wie an dem Abend, als Dieter Kühn zum Essen geladen war. Der bekannte Dürener Schriftsteller verabschiedete sich mit einem Dank dafür, dass er bei seinen Gastgebern hervorragend „geatzt“ habe. Des Mittelhochdeutschen mächtig, war Jaeger froh, eines der Nachschlagewerke konsultieren zu können um der Herkunft des Wortes „atzen“ – (essen oder auch füttern) – noch einmal genauer nachlesen zu können.

Im Obergeschoss schließlich ist die Abteilung „Deutsche Literatur“ untergebracht. Hier liest das Ehepaar abends gemeinsam. Wenn dabei eine Frage nach einem geschichtlichen Detail oder der Bedeutung eines ungewöhnlichen Wortes auftaucht, wird eine Etage tiefer nachgeschlagen. Selbst nachts um eins.

„Lesen ist ein großartiges Erlebnis, weil man in andere Leben, Welten und Perspektiven eintauchen und jeden Tag auch ein Stück toleranter werden kann,” sagt Jaeger. Seine Frau ergänzt: „Ja genau. Wir lernen ja praktisch jeden Tag neue Leute kennen.” Über diese Leute, die Figuren aus den Geschichten, können sie nächtelang diskutieren. Auch über Erzählweisen und Sprache geraten beide in leidenschaftliche Diskussionen.

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