Unfall gebaut, aus dem Staub gemacht - und um keine Ausrede verlegen

Von: red/pol
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Kreuzau. Ein spektakulärer Unfall in der Nähe von Stockheim hat am Sonntagabend die Polizei intensiv beschäftigt: Ein Gespann - bestehend aus Transporter und Anhänger - war auf der Seite gelandet, der Fahrer hatte sich aus dem Staub gemacht - und tischte den Beamten, nachdem er ausfindig gemacht worden war, eine Ausrede nach der anderen auf.

Doch der Reihe nach: Kurz vor 21 Uhr war der zunächst unbekannte Fahrer die Landesstraße 327 von Niederau kommend in Fahrtrichtung B 56 gefahren. In einer Kurve hatte er dann offenbar die Kontrolle über sein Gespann verloren. Der mit Stahlmatten beladene Anhänger kippte irgendwann um und riss auch das Zugfahrzeug mit sich.

Schließlich blieben die miteinander verkuppelten Fahrzeuge schwer beschädigt auf der rechten Seite liegen. Bei der Havarie waren einige der Matten vom Anhänger gefallen und auf der Fahrbahn verstreut worden. Zudem wurde die Leitplanke wurde über eine Länge von 30 Metern beschädigt.

Im Rahmen der Unfallaufnahme waren neben der Polizei auch die Feuerwehr und ein Abschleppdienst im Einsatz, da auch Betriebsstoffe ausgelaufen waren und die beschädigten Fahrzeuge mit Ladung entfernt werden mussten

Das alles kümmerte den Fahrer allerdings recht wenig: Er machte sich gleich nach dem Unfall aus dem Staub. Die Polizei begann noch während der Unfallaufnahme mit den Ermittlungen - und tatsächlich stellte sich schnell heraus, dass der Anhänger vor fast zwei Jahren gestohlen worden war. Auch die Herkunft der geladenen Stahlmatten bedarf noch einer Klärung.

Der Besitzer des Kleintransporters, ein 39-Jähriger Dürener, bekam umgehend polizeilichen Besuch. Die Beamten trafen allerdings nur dessen Frau an, die ihren Gatten daraufhin anrief. Konfrontiert mit den Fakten des Unfalls wurde den Polizisten erst einmal eine Geschichte aufgetischt, die sich um einen möglichen Diebstahl seines Wagens rankte. Außerdem sei er auf einer weiter entfernten Arbeitsstelle und könne mit der Sache gar nichts zu tun haben.

Allerdings hatten die Beamten schon an der Unfallstelle den noch im Zündschloss steckenden Fahrzeugschlüssel mitsamt der Wohnungsschlüssel des Halters sicherstellen können, was die aus der Ferne übermittelten Angaben äußerst unglaubwürdig erscheinen ließen.

Bei einem zweiten Besuch wurde der 39-Jährige dann in seiner Dürener Wohnung angetroffen. An seinem Körper wurden Verletzungen festgestellt, die vom Unfall stammen könnten. Auch weitere Indizien sprachen dafür, dass er zur Unfallzeit das Fahrzeuggespann selbst geführt hatte.

Dennoch blieb er variantenreich beim Dementi seiner Beteiligung, zumal er deutlich wahrnehmbar unter Alkoholeinwirkung stand. Auch bei den diesbezüglich bedingten Maßnahmen, Blutentnahme und Führerscheinsicherstellung, zeigte sich der Dürener wenig kooperativ. Die Polizei hat ein umfangreiches Straf- und Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Falls es noch nicht bekannte Zeugen des Unfalls gibt, die auch den Fahrer gesehen haben könnten, so werden diese um eine Kontaktaufnahme mit der Einsatzleitstelle der Polizei unter der Rufnummer 02421/949-6425 gebeten.

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