Unerwartetes Ergebnis einer Beobachtung

Von: Bruno Elberfeld
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Kurator Pit Goertz und Paul Larue (v.r.) eröffneten mit der Künstlergruppe „apArt“ aus den Niederlanden die Ausstellung „Serendipity“ auf dem Niederauer Schloss Burgau. Foto: Bruno Elberfeld

Niederau. Die Liebhaber von Kunst haben da schon etwas zu tun im Haupthaus von Schloss Burgau, wo zehn niederländische Künstlerinnen und Künstler der Gruppe „apArt“ aus Kerkrade ihre Werke präsentieren. Das Oberthema wird in Zusammenhang mit Kunst nicht so oft verwendet: Serendipity oder auch Serendipität.

Der künstlerische Leiter von Schloss Burgau, bei dieser Ausstellung auch Kurator, Pit Goertz, umschrieb den Begriff mit „unerwartetem Ergebnis zufälligen Beobachtens“, oft bei der Suche im Industriebereich anzutreffen, wenn per Zufall – wie bekannt – Teflon, Nylonstrümpfe oder der Klettverschluss – unerwartet gefunden wird, obwohl man nach etwas Anderem geforscht hat.

Die zehn Männer und Frauen – Marie-Luise van Zeijst, Marc van Soest, Maria Stams, Net Nuij, Fia Pinkers, Jose Fijnauts, Gerda van de Woestijne, Hub Pamanns, Esthe Bour und Marjo Bosten – sind als Künstlergruppe in den Niederlanden keine Seltenheit. Diese Art der kreativen Zusammenschlüsse hat in Deutschland noch Nachholbedarf.

Die Skulpturen, Installationen, Fotografien und Gemälde gewähren den Besuchern einen repräsentativen Überblick über das künstlerische Schaffen im Nachbarland, wenn so etwas im Bereich der Kunst überhaupt möglich ist. Unter dem Genre der Fotografie, der Bildhauerei, der Malerei und der Installation ist im Schloss nahezu alles zu sehen. Die Macher der ungewöhnlichen Ausstellung haben es verstanden, unterschiedliche Themen ihrer Werke zu einem Gesamtbild zu vereinen, so dass alle Exponate in allen Ausstellungsraum ein harmonisches Ganzes liefern.

Da erwarten die Besucher Porträts, einmal als Gemälde, dann als Skulptur. Eine zarte Wandinstallation kokettiert im Erkerzimmer mit Aufmerksamkeit. Für standesamtliche Trauungen im Schloss wie bestellt, so Pit Goertz, eine hoffnungsvolle Malerei als Hintergrund.

Im großen Saal, dem sogenannten Konzertsaal, offerieren sich Skulpturen, frisch gefundene Baumwurzeln nicht unähnlich, und Gemälde. An der Rückwand hängen als Großformate feenähnliche Wesen, durchsichtig und luftig.

Den Turmzimmern sind Fotografien und Skulpturen vorbehalten. Blaue Damen hängen von der Decke, ein blauer Stuhl, aus der Waage geraten, schreitet nur einfüßig mit Frauenbein.

Figurinen und kleinformatige Gemälde bemühen sich um die Aufmerksamkeit der Betrachter. Im Mitteltrakt ist die künstlerische Richtung eher abstrakt bis hin zu Monochrom-Gemälden.

Pit Goertz bezeichnete die Ausstellung als einen Hort der Harmonie vieler entgegengesetzter Kunstrichtungen, wo Kreative, wo Kreative „im wunderbaren Miteinander“ eine große Werkschau bestreiten, die erstaunlich „informativ“ werde, wenn sich der Betrachter in einem großen Zeitrahmen auf die Werke einlasse.

Begrüßt wurde die Gruppe von Dürens Bürgermeister Paul Larue (CDU), der die gemeinsame Geschichte der Niederlande und Deutschlands beleuchtete, froh darüber, dass das im vergangenen Jahrhundert verbrecherische Handeln Deutschlands an der niederländischen Bevölkerung nicht mehr ein so mit Ressentiments besetztes Thema ist.

Die Ausstellung ist geöffnet bis zum 2. Oktober 2016, mittwochs und samstags von 14 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr

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