Unerwarteter Wechsel an der Vorstandsspitze

Von: Jörg Abels
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Der Verwaltungsrat hat entschi
Der Verwaltungsrat hat entschieden: Uwe Willner (r.) löst zum 1. Oktober 2013 Prof. Dr. Herbert Schmidt an der Spitze des Vorstands der Sparkasse Düren ab. Udo Zimmermann (l.) bleibt Vorstandsmitglied. Foto: sj

Düren. Überraschendes Personalkarussell an der Spitze der Sparkasse Düren: Gerade einmal 15 Monate, nachdem Professor Dr. Herbert Schmidt zum Nachfolger von Adolf Terfloth ernannt worden war, gab der Verwaltungsratsvorsitzende und Landrat Wolfgang Spelthahn am Donnerstag bekannt, dass Schmidts Ende September 2013 auslaufender Vertrag nicht verlängert wird.

Für ihn rückt der bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende Uwe Willner zum 1. Oktober 2013 an die Spitze des Hauses, das sich im Eigentum von Kreis (60 Prozent) und Stadt Düren (40 Prozent) befindet. Willner kam 1997 aus Krefeld an die Rur und ist seitdem Vorstandsmitglied, zunächst bei der Kreis- seit der Fusion Ende 2000 bei der Sparkasse Düren.

Die freiwerdende Stelle im dreiköpfigen Vorstand, dem weiter Udo Zimmermann angehören wird, soll im November ausgeschrieben werden. Das Anforderungsprofil für das künftige Vorstandsmitglied werde derzeit entwickelt, erklärte Spelthahn.

Zu den Gründen der Personalentscheidung blieb Spelthahn wortkarg. In der offiziellen Mitteilung heißt es nur: „Mit diesen Entscheidungen stellt der Verwaltungsrat die personellen Weichen für eine strategische Neuausrichtung und eine nachhaltige Geschäftspolitik.” Auf Nachfrage sprach Spelthahn von der Entwicklung neuer Geschäftsfelder in einer Zeit großer Herausforderungen, in der das Modell der Sparkassen mit Kontoführungsgebühren und hohen Dispositionszinsen nicht mehr zeitgemäß sei. Der Frage, warum das nicht mit Schmidt möglich sei, der erst im März dieses Jahres mit der Bilanz 2011 ein Rekordergebnis präsentiert hatte, wich er aus.

Der 59-Jährige, der seit 22 Jahren in führender Position zunächst bei der Stadt- und seit der Fusion mit der Kreissparkasse im Vorstand der Sparkasse Düren tätig ist, hätte nach eigenem Bekunden für weitere fünf Jahre zur Verfügung gestanden. Schon bei der Übernahme des Vorstandsvorsitzes im Sommer 2011 hatte er sich eine längere Vertragszeit gewünscht.

Dass die Entscheidung pro Willner persönlichen Beziehungen geschuldet sei, wies Spelthahn entschieden zurück. Sie sei im 15-köpfigen Verwaltungsrat „in breitem Einvernehmen” gefallen, betonte der CDU-Politiker, der als Landrat an der Spitze des Gremiums steht, sein Mandat aber in Kürze verlieren könnte. Sollte das Amtsgericht Düren nach der Anklage der Staatsanwaltschaft Aachen ein Verfahren wegen Untreue gegen ihn im Zusammenhang mit Tantiemenzahlungen an den früheren Kreiswirtschaftsförderer Michael Müller (wir berichteten) eröffnen, würde Spelthahn laut einer internen Satzung der Sparkasse sein Mandat verlieren.

Wolfgang Spelthahn selbst begründete den Zeitpunkt der Personalentscheidung auf Nachfrage damit, dass Vorstandsmitglieder neun Monate vor Auslaufen ihres Vertrages Gewissheit über ihre Zukunft verlangen dürfen.

Die personelle Veränderung dürfe nicht als Kritik an der Arbeit Schmidts verstanden werden, hob Spelthahn hervor, dass man nicht im Unfrieden auseinander gehe. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht.” Die Sparkasse sei hervorragend aufgestellt, brauche sich dem Thema Fusionen nicht zu stellen, habe eine hohe Eigenkapitalquote und schütte anders als in früheren Jahren Gewinne an die Eigentümer aus.„Aber wir dürfen uns nicht auf dem Erfolg ausruhen”, erklärte Spelthahn. „Wir mussten uns entscheiden, wie wir das Haus perspektivisch für die Jahre 2013 bis 2018 aufstellen und haben uns für eine personelle Neuausrichtung entschieden. Wir brauchen zudem den Input von Außen.”
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