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Und Action: Dürener Schüler arbeitet an seinem zweiten Film

Von: Stephan Johnen
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Am Ort der Premiere: In der alten Glashütte hat Philipp Lenhart seinen ersten Film gedreht. Nun soll ein Thriller folgen. Foto: Stephan Johnen

Düren. Wenn Philipp Lenhart ein Buch liest, läuft in seinem Kopf automatisch der entsprechende Film mit. Der 15-Jährige hat konkrete Ideen für ganze Sequenzen, für Nahaufnahmen und besondere Einstellungen. „Schon nach einigen Seiten habe ich eine Vorstellung davon, wie der Film ablaufen könnte“, sagt er. Kaum verwunderlich also, dass der Schüler des Stiftischen Gymnasiums nach seinem Abitur nur ein Ziel hat: Er möchte Regisseur werden.

Gleich in Hollywood? Philipp Lenhart muss lächeln. „So ein Quatsch! Erst einmal wird studiert“, betont er. Beispielsweise auf der Kunsthochschule für Medien in Köln, oder der Hochschule für Film und Fernsehen in München. Über die Studienangebote hat er sich schon informiert. Er habe zwar viel Fantasie, findet der Schüler, ein Fantast sei er aber nicht.

Dass sein Berufswunsch nicht gerade alltäglich ist und die Konkurrenz groß sein dürfte, ist dem 15-Jährigen durchaus bewusst. Er geht auch nicht davon aus, dass ein zweiter Steven Spielberg einfach vom Himmel fällt. Handelt es sich bei seinem Wunsch also um jugendlichen Leichtsinn? „Es ist mir egal, was andere denken“, sagt Philipp Lenhart. Er leiste aber gerne Überzeugungsarbeit in eigener Sache. Seit frühester Kindheit habe ihn das Medium Film fasziniert. Sein Entschluss sei schnell klar gewesen. „Entscheidend ist, dass ich früh Erfahrung sammle“, betont er. Und damit hat er bereits begonnen.

Im vergangenen Jahr hat er einen Film für das Roermonder „Euregionale Jugendfilmfestival“ gedreht. Der Kurzfilm wurde zwar nominiert, der junge Regisseur schaffte es aber nicht unter die Sieger. Das Drehbuch zum Endzeit-Streifen „2500“ hat Philipp mit seinem Kumpel Adrian Drautzburg geschrieben, Kulisse der Zeitreise in eine entvölkerte Zukunft war die alte Glashütte in Düren.

Kameramann und Schauspieler fand er über eine Internet-Plattform für Filmschaffende. „Gerade Studenten sind froh, an Projekten mitarbeiten zu können, und helfen gerne“, blickt er zurück. Von der Erfahrung habe er profitiert, das Team habe ihn trotz seines Alters als Regisseur akzeptiert. „Man muss sich durchsetzen können, aber auch offen für Vorschläge sein“, sagt er.

Sein zweites Projekt hat er nun in Angriff genommen. Geplant ist erneut ein Kurzfilm. „You are guilty!“ (Sie sind schuldig!) heißt der Streifen. Die Idee lieferte abermals Adrian Drautzburg, das Drehbuch schrieb Philipp Lenhart. „Ich greife gerne gesellschaftspolitische Themen auf“, erklärt er. Nach der äußeren Apokalypse bei „2500“ geht es nun um den Blick nach innen, in die Abgründe des Unterbewusstseins. Zu viel verraten möchte er nicht. Nur eines: Es wird ein Thriller. Schließlich sei er ein Freund dieses Genres.

Der Umfang des Projektes darf als ambitioniert beschrieben werden. Gedreht werden soll mit 3D-Technik. Die Kosten schätzt der Schüler auf 15 000 Euro (Infokasten). Deutschlandweit habe er nach einem Produzenten gesucht, etwa 50 Bewerbungsschreiben verfasst. Aus Hannover kam eine Zusage der „XineLoyd“ GmbH.

Derzeit arbeite Produzent Norbert Peter an einer Bewerbung für die Filmförderung Niedersachsen. Ob sich Philipp Lenhart Chancen ausrechnet? „Als Pessimist könnte ich solche Pläne doch direkt in die Tonne kloppen“, sagt er und lacht. Unerschütterlicher Optimismus gehöre zum Handwerkszeug.

Am Beruf des Regisseurs reize ihn, „der eigene Boss zu sein“. Oder anders formuliert: „Der Regisseur hat die künstlerische Freiheit, das Drehbuch zu interpretieren.“ Wichtig seien aber auch eine klare Ansprache am Drehort und die Offenheit für Kritik. Der Regisseur bestimmt die Dramaturgie, setze die Akzente.

Philipp Lenhart hat auch die andere Seite kennengelernt. Von 2011 bis 2013 hat er sich als Schauspieler beim Jungen Theater Düren versucht. „Das war lehrreich, aber nicht meine Welt“, sagt er. „Es hilft aber, sich in Schauspieler hineinzuversetzen.“

Und was macht ein angehender Regisseur noch so? „Morgens gehe ich zur Schule, nachmittags mache ich Hausaufgaben. Da brauchen sich meine Eltern nicht zu sorgen.“ Die Abende und das Wochenende gehören jedoch der Welt des Films.

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