Staukarte

Unbürokratische Opfer-Hilfe: Weißer Ring feiert Geburtstag

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
11533698.jpg
Gerald Fack ist Leiter der Außenstelle Düren-Jülich des Weißen Rings. Foto: Stephan Johnen

Kreis Düren. „Wer Opfer eines Verbrechens wurde, weiß oft nicht mit dieser Situation umzugehen“, sagt Gerald Fack, ehrenamtlich tätiger Leiter der Außenstelle Düren-Jülich des Weißen Rings. Der bundesweit tätige Verein hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, Opfern von Gewalt und Kriminalität zu helfen – auf vielfältige Weise und unabhängig von einer Mitgliedschaft im Verein.

Unterstützungsmöglichkeiten sind beispielsweise eine finanzielle Soforthilfe zur Überbrückung von Notlagen, die in Zusammenhang mit einer Straftat stehen, und vielfältige Beratungsangebote. 16 ehrenamtliche Mitarbeiter sind im Kreis Düren aktiv.

Vor 40 Jahren wurde der Weiße Ring gegründet, zwei Jahre später wurde die Außenstelle Düren-Jülich ins Leben gerufen. Der Verein finanziert sich über Spenden, von Gerichten verhängten Geldbußen, Erbschaften und über Mitgliedsbeiträge. Anlässlich des Jubiläumsjahres wollen die Mitarbeiter der Außenstelle am Samstag, 16. Januar, ihre Arbeit vorstellen.

Die Ehrenamtler begleiten Opfer von Gewalt und Kriminalität zu Terminen bei Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht, sie geben Hilfestellung im Umgang mit Behörden, stehen beratend zur Seite und ermöglichen finanzielle Hilfe. Jeder Mitarbeiter des Weißen Rings kann beispielsweise sofort bis zu 250 Euro Hilfe gewähren und Schecks für eine Beratung beim Anwalt und eine psycho-traumatologische Erstberatung ausstellen. Mit den finanziellen Soforthilfen soll eine akute Notlage abgemildert werden, beispielsweise wenn einer Seniorin die Monatsrente gestohlen wurde und das Opfer kein Geld mehr für Lebensmittel hat.

„Opfer von Straftaten und Gewalt stehen generell oft unter einem großen Schock. Hilfe muss schnell geleistet werden“, weiß Gerald Fack. Der Weiße Ring arbeite daher mit Psychologen und medizinischen Einrichtungen zusammen, um den Opfern möglichst kurzfristig Termine ermöglichen zu können. Nicht helfen könne der Verein bei zivilrechtlichen Problemen.

Im vergangenen Jahr haben 224 Menschen Rat und Hilfe bei der Außenstelle Düren-Jülich gesucht, die Mitarbeiter haben 190 Opferfälle betreut. Darunter waren Opfer von sexuellem Missbrauch und häuslicher Gewalt ebenso wie Opfer von Körperverletzungen und Raubüberfällen. Sorgen bereitet dem Weißen Ring die hohe Zahl der Taschendiebstähle. „Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Prävention geworden“, sagt Gerald Fack. Mit Aufklärungskampagnen sollen die Menschen beispielsweise dafür sensibilisiert werden, ihre Hand- und Brieftaschen besser im Blick zu haben.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.