Unbeheizter Freiluftspargel lässt noch auf sich warten

Von: Jörg Abels
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Trotz Folien: Noch gräbt Landwirt Heiner Lövenich vergeblich mit der Hand in die Spargeldämme. Foto: Jörg Abels

Gürzenich. Heiner Lövenich lüftet die schwarze Abdeckfolie, gräbt mit seiner Hand tief in den Spargeldamm. Von der Königin des Gemüses aber ist noch nichts zu sehen. Seine Erntehelfer muss der Landwirt aus Gürzenich bis auf weiteres noch anders beschäftigen. Die Spargelernte lässt noch auf sich warten.

Wer das Festtagsmenü an den Ostertagen mit den weißen Stangen garnieren möchte, muss entweder auf Importware zurückgreifen oder für heimischen Spargel, der auf beheizten Feldern bereits seit einigen Tagen gestochen werden kann, recht tief in die Tasche greifen. Seine Felder zu beheizen, kommt für Heiner Lövenich schon aus ökologischen Gründen nicht infrage. Es würde aber auch wenig Sinn machen.

Der Landwirt verweist auf die schweren Böden im Dürener Land, die nach dem viel zu nassen Winter mitverantwortlich dafür sind, dass Lövenich und seine Mitarbeiter auch in diesem Jahr die charakteristischen Spargeldämme erst vor einigen Wochen mit der Spargelfräse hochziehen und mit Folien abdecken konnten. Aber selbst dort, wo Lövenich neben der schwarzen Abdeckfolie noch sogenannte „Mini-Tunnel“ auf den Spargeldämmen angebracht hat, ist noch kein Wachstum zu sehen. Die „Mini-Tunnel“ aus transparenter Folie sollen eigentlich für einen Treibhauseffekt sorgen. Oberhalb der schwarzen Abdeckfolie soll sich die Luft und damit auch die Erde schneller erwärmen und den Spargel früher wachsen lassen.

Nur fehlt dazu seit Tagen die konstante Sonneneinstrahlung. „Warme, aber diesige Tage helfen uns nicht weiter“, erklärt der Experte, der rund um Gürzenich 15 Hektar Spargel anbaut. „Der Spargel braucht in der Wurzel sieben, acht, am besten neun Grad, damit der Wachstumsreiz ausgelöst wird.“

Angesichts der aktuellen Wetterprognosen geht Heiner Lövenich davon aus, dass unbeheizter heimischer Freilandspargel aus dem Dürener Land frühestens in ein bis zwei Wochen auf dem Markt erhältlich sein wird. Auf Feldern mit „Mini-Tunneln“ rechnet er mit einem Erntebeginn zwischen dem 5. und 15. April, dort, wo keine „Mini-Tunnel“ aufgezogen werden, könnte die Ernte rund um den 25. April beginnen. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Nachtfröste seien dabei egal, betont Lövenich: „Hauptsache tagsüber scheint die Sonne und sorgt für Erwärmung.“ Damit würde sich der Erntebeginn im Dürener Land im langjährigen Mittel bewegen. Nur das Ende der Spargelsaison ist fest terminiert: der 24. Juni. Nach dem Johannitertag werden die Folien beseitigt, damit die Pflanzen austreiben und über das Laub Kraft für die kommende Saison sammeln können.

An mangelnder Arbeit mangelt es Lövenich und seinen Erntehelfern dennoch nicht. Die Stürme haben ganze Arbeit geleistet und die Felder nicht nur unter Wasser gesetzt. Die Folien, vor allem die „Mini-Tunnel“ wurden zum Teil vom Winde verweht und müssen neu aufgebaut werden

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