„Unbedacht Klick gemacht”: Gefahren bei Up- und Downloads

Von: han
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Sie machten auf die Risiken un
Sie machten auf die Risiken und Gefahren bei Up- und Downloads im Netz aufmerksam: Hildegard Dapper und Montgomery Hardebeck (rechts) von der Dürener Verbraucherzentrale und SPD-MdB Dietmar Nietan in seiner Eigenschaft als Politiker und „Betroffener”. Foto: Schmitz

Düren. Fehlendes Unrechtsbewusstsein, Oberflächlichkeit, Nachlässigkeit - das Internet kann für den Nutzer zur Kostenfalle werden. Der Dürener SPD-Bundestagsabgeordnete Dietmar Nietan kann davon ein Lied singen. Eher aus Versehen verletzte er das Urheberrecht und wurde zur Kasse gebeten.

Ein Foto als SPD-Wahlmann mit dem damaligen Kandidaten für das Bundespräsidentenamt Joachim Gauck wurde vor zwei Jahren aufgenommen und konnte eine Zeit lang kostenfrei genutzt werden. Nach Ablauf der Frist schlummerte es in Nietans Archiv, wurde dort von der Bildagentur „entdeckt”, da es, wenn auch über Umwege, „zugänglich” war.

„Ich habe da gepennt”, bekannte der Sozialdemokrat freimütig, wehrte sich aber gegen die Rechnung von 900 Euro, die er für überzogen hielt. 150 Euro hat er überwiesen, das Verfahren läuft aber noch und macht seiner Meinung nach auf ein „heftiges Problem” aufmerksam, das die Verbraucherberatung Düren zum Weltverbrauchertag zum Thema gemacht hat. Urheberrechtsschutz auf der einen Seite sowie Winkeladvokaten, die abzocken.

Unter dem Motto „Unbedacht Klick gemacht” will das Beratungsteam in Düren mit der Leiterin Hildegard Dapper und Rechtsanwalt Montgomery Hardebeck zum diesjährigen Weltverbrauchertag auf das lukrative „Geschäft mit illegalen Downloads” aufmerksam machen.

Wer über das Internet Lieder, Alben, Filme, E-Books und Spiele auf seinen PC lädt oder anderen Nutzern zum Tauschen zur Verfügung stellt, kann kräftig ans Zahlen kommen, wenn man sich an urheberrechtlich geschützten Daten kostenlos „vergriffen” hat. Immer stärker prüfen Produzenten und Rechteinhaber, ob Down- oder Uploads ihrer Werke mit rechten Dingen zugegangen sind. Und Verstöße gegen das Urheberrecht werden mittlerweile gnadenlos verfolgt wegen des immensen finanziellen Schadens der Rechteinhaber.

Produkte der Kunst, Musik und Literatur seien geschützt, warnen die Verbraucherschützer. Einzig die begrenzte Anfertigung von Privatkopien könne erlaubt sein. Heftig umstritten sei, inwieweit dies auch für Up- und Downloads aus dem Internet gelte.

Trotz aller rechtlichen Fragen wird aber derzeit rigoros gehandelt. Wird ein Nutzer erwischt, nutzen Besitzer der Schutzrechte den vorhandenen rechtlichen Spielraum mit Hilfe eines Anwalts oder sogenannter „Abmahnkanzleien” voll aus. Und da alle profitieren wollen, wird es teuer.

Über die IP-Adresse des Rechners lasse sich feststellen, zu welchem Zeitpunkt der Inhaber eines Online-Anschlusses eine Tauschbörse genutzt habe. Die Forderung seien meist heftig, erklärten die Verbraucherschützer. Meist soll eine Unterlassungserklärung unterschrieben werden, mehrere tausend Euro an Schadensersatz würden verlangt und dann noch die Anwaltskosten darauf gesattelt.

Angeschrieben werden könne im übrigen jeder - selbst Leute, die keinen Computer oder DSL-Router besitzen oder beim besagten „Download-Showdown” gar nicht im Netz unterwegs waren. Die Beweislast trägt nach derzeitigem Rechtsverständnis der „Beschuldigte”.

Er müsse den Gegenbeweis führen. Somit bekomme der Spruch „Eltern haften für ihre Kinder” neue Bedeutung. Der Anschlussinhaber habe eine besondere Sorgfaltspflicht. Die Mitarbeiter der Verbraucherzentrale haben festgestellt, dass viele Betroffene verschreckt reagierten und oft die Forderungen - meist 700 Euro - bezahlten, da sie berechtigte von überzogenen Regressansprüchen nicht unterscheiden könnten.

Überhaupt ist den Verbraucherschützern auch bei Verstößen das finanzielle Strafmaß vor allem bei Ersttätern, meist junge Leute, zu hoch. Mehr als 100 Euro an Abmahnkosten sollten sie nicht „aufgebrummt” bekommen.

Die Verbraucherzentrale Düren ist unter der Telefonnummer 02421/56810 oder per E-Mail dueren-termn@vz-nrw.de an.
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