Umspannwerk: „Alegro“-Projekt verzögert sich

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Die Umspannanlage Oberzier wird modernisiert. Amprion investiert rund 50 Millionen Euro in die in den 60er Jahren erbaute Station. Foto: Abels

Oberzier. Während die Modernisierung der Umspannanlage Oberzier auf Hochtouren läuft, verzögert sich der Bau des Konverters für die deutsch-belgische Stromautobahn „Alegro“. Der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion und sein belgischer Partner Elia haben zwischenzeitlich zwar bereits die Verträge abgeschlossen.

Diese beinhalten die Verlegung des 90 Kilometer langen Erdkabels zwischen Oberzier und dem belgischen Lixhe sowie die Lieferung der beiden benötigten Konverter, die am Anfang und Ende der Leitung den übertragenen Gleichstrom wieder in Wechselstrom umwandeln.

Planfeststellungsverfahren

Amprion hab aber immer noch nicht die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren zur Genehmigung des mehrere Hundert Millionen Euro teuren Alegro-Projekts bei der zuständigen Bezirksregierung Köln eingereicht. Das soll nun Anfang 2017 erfolgen, kündigte Amprion-Sprecherin Joëlle Bouillon auf Nachfrage an. Für den Antrag würden noch zahlreiche Detailangaben des Herstellers benötigt, erklärt die Sprecherin.

Sie geht nun von einem Beginn der Bauarbeiten an der 6500 Quadratmeter großen und etwa 18 Meter hohen Konverterhalle im Jahr 2018 aus – ein Jahr später als ursprünglich geplant. Insgesamt wird für den Konverter eine Fläche von 30.000 Quadratmetern benötigt. Er soll im bisherigen Zufahrtsbereich der Umspannanlage entstehen.

Nach den derzeitigen Planungen soll die Stromautobahn nun im Jahr 2020 ihren kommerziellen Betrieb aufnehmen. Über die etwa zwei Meter tief in der Erde liegende Hochspannungsleitung sollen bis zu 1000 Megawatt Strom nach Belgien oder Deutschland übertragen werden: genug, um eine halbe Million Haushalte zu versorgen. „Alegro wird das europäische Stromnetz noch sicherer und leistungsstärker machen. Wir können den Stromfluss im Kabel mit hoher Genauigkeit regeln und das Elektrizitätsvolumen und die Fließrichtung anpassen“, erklärt Klaus Kleinekorte, Technischer Direktor bei Amprion.

Die rund 50 Millionen Euro teure Modernisierung der Umspannanlage Oberzier wird noch bis 2023 andauern. Sie erfolgt im laufenden Betrieb, da die Anlage aufgrund ihrer Bedeutung nicht komplett vom Stromnetz genommen werden kann.

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