Morschenich - Umsiedlung Morschenich: Gutachter ermittelt Wert der Grundstücke

Umsiedlung Morschenich: Gutachter ermittelt Wert der Grundstücke

Von: ja
Letzte Aktualisierung:

Morschenich. Für die Bürger von Morschenich wird die tagebaubedingte Umsiedlung allmählich konkret. Seit Mittwochabend wissen sie, was ihre Grundstücke wert sind und welche Regelungen für den Grundstücksanspruch in Morschenich-Neu gelten.

In einem von der Gemeinde Merzenich in Auftrag gegebenen Gutachten hat Theo Kötter, Professor für Städtebau und Bodenordnung an der Uni Bonn, einen Quadratmeterpreis von 105 Euro für Wohnbauland ermittelt. So viel wäre das Land in Morschenich heute ohne den Tagebau wert.

Dieser Quadratmeterpreis soll bis zu einer Grundstückstiefe von 35 Metern gelten und wird als Zulage von Tagebaubetreiber RWE Power auch noch für weitere fünf Meter gezahlt. Das sogenannte Hinterland I (40 bis 60 Meter Grundstückstiefe) soll mit 30 Euro pro Quadratmeter entschädigt werden, noch tiefere Grundstücke (Flächen ab 60 Metern) mit zwölf Euro.

Das sind Werte fürs Hinterland, wie Bürgermeister Peter Harzheim den Umsiedlern erklärte, die deutlich über den normalerweise üblichen Sätzen lägen, begründet mit der verkehrstechnisch günstigen Lage des Alt-Ortes zur Metropole Köln. Für landwirtschaftlich genutzte Flächen hat der Gutachter einen Entschädigungspreis von 3,20 Euro je Quadratmeter ermittelt, für Gewerbeflächen von 25 Euro.

Damit wissen die Umsiedler nun, mit welcher Entschädigung sie für ihr Grundstück rechnen können, während die Bewertungsgrundlagen für das Haus selbst, aber auch für die übrigen Aufbauten später im Verfahren erläutert werden.

Was den Ankauf des Grundstücks im Umsiedlungsort Morschenich-Neu betrifft, gelte das Prinzip des wertgleichen Tauschs, erklärte Theo Kolbe (RWE Power). Die Preise des alten Standorts werden auf den neuen übertragen.

Mit zwei Ausnahmen: Der günstigere Hinterlandpreis beginnt am neuen Standort bereits ab dem 36 Meter und die Grundstücksfläche des wertgleichen Tauschs ist auf 750 Quadratmeter begrenzt. „Wer in diesem Rahmen ein Grundstück mit den gleichen Abmessungen wie bisher wieder haben will, muss also nichts zuzahlen”, erläuterte Kolbe den Umsiedlern. Aber auch der Zukauf von Fläche - zur Orientierung dient die bisherige Grundstücksbreite - zu den Preisen von Alt-Morschenich ist unter Bedingungen möglich, erklärte Kolbe.

Auch Mieter im Alt-Ort können am neuen Standort ein Baugrundstück zu den genannten Preisen erwerben, maximal 400 Quadratmeter. Gleiches gilt für Kinder der Umsiedler, die bisher noch im elterlichen Haus wohnen.

Mit diesen Informationen, die bei zwei Beratungsterminen auch noch einmal im Detail und Einzelfall erläutert werden, sollen all die Morschenicher, die in den neuen Ort umsiedeln wollen, ihre Grundstückswünsche in den kommenden Tagen äußern, unverbindlich und ohne Grundstückvormerkung.

Mit der sogenannten Planungsabfrage wollen die Planer des Umsiedlungsortes um Prof. Dietmar Castro prüfen, ob die bisher vorgesehen Flächen auch den Bedürfnissen der Menschen entsprechen, ob genügend Flächen für Einfamilienhäuser, Doppelhäuser oder Reihenhäuser im Plan enthalten sind, ob die Grundstücke passend zugeschnitten sind. Ebenfalls angefragt wird die gewünschte Wärmeversorgung. Zuletzt hatten die Stadtwerke ein zentrales Nahwärmekonzept vorgestellt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert