Umschüler arbeiten sieben Monate lang in Senioreneinrichtungen

Von: Gudrun Klinkhammer
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Die Umschüler des Projektes „Vergissmeinnicht“ kümmerten sich sieben Monate in zwei Senioreneinrichtungen um Männer und Frauen, die an Demenz erkrankt sind. Foto: Gudrun Klinkhammer

Dueren. Der liebevolle Umgang miteinander fiel sofort auf. Senioren und angehende Pflegekräfte, die gemeinsam an einer Kaffeetafel im Papst-Johannes-Haus in Düren Platz genommen hatten, verstanden einander blind. Obwohl die Ausgangslage für diese Kooperation nicht die Gängigste war.

Bei den Auszubildenden des Fachseminars „maxQ.“ für Altenpflege handelt es sich um einen ganz speziellen Kurs. Simone Oleff, Fachschulleiterin von „maxQ.“, informierte: „Alle 14 Auszubildende des Kurs A 36 sind Umschüler, die vom Arbeitsamt gefördert werden.“

Der buchstäblich bunt gemischten Gruppe gehören angehende Altenpflegefachkraftschüler aus Ägypten, Portugal, Ghana, Polen, Litauen und natürlich Deutschland an. Drei Jahre lang dauert die Ausbildung, im zweiten Ausbildungsjahr arbeiten die Schüler einmal pro Woche über sieben Monate hinweg in einer Senioreneinrichtung speziell mit an Demenz erkrankten Personen. Das Projekt der Schüler lautete „Vergissmeinnicht“, als Kooperationspartner dienten die Tagespflegeeinrichtungen St. Elisabeth in Düren und Sen Aktifa in Gürzenich.

Seit 2008 unterstützt und begleitet zudem der Dürener CDU-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär Thomas Rachel (MdB) die Arbeit der Teilnehmer und der Institutionen, die unter dem Titel „Senioren Atelier – miteinander leben, voneinander lernen“ steht.

Simone Oleff erinnerte sich an die Anfänge: „Zunächst starteten wir 2008 das Senioren Atelier mit Malaktionen.“ Später wandelte sich der Arbeitsprozess, es wurde gebastelt, es wurden Kacheln hergestellt und inzwischen wird gekocht.

„Das Phänomen bei dementen Menschen ist“, erklärt die Fachschulleiterin, „dass die Erinnerung bleibt.“ Während das Kurzzeitgedächtnis an Kraft verliert, bleiben gedankliche Bausteine aus Kinder- und Jugendtagen erhalten. Und so kochten die Teilnehmer von „Vergissmeinnicht“ mit großem Spaß und großer Leidenschaft Königsberger Klopse „Preußische Art“, Kartoffelsuppe und Möhreneintopf. Es wurden geschnippelt, geköchelt und viel gelacht.

Zum Schluss des Projekts entstand sogar ein kleines Kochbuch mit den traditionsreichen Rezepten, an die sich die Senioren noch locker erinnern konnten. Mit dem gemeinsamen Frühstück im Papst-Johannes-Haus wurde das Projekt „Vergissmeinnicht“ abgeschlossen. Was die Schüler in diesem Zusammenhang grundsätzlich lernten, ist „in den Schuhen eines anderen zu gehen“.

Simone Oleff: „Demente Menschen sollten nicht aus ihrer eigenen Welt herausgeholt werden, stattdessen sollten sich die anderen Personen in diese ganz eigene Welt hinein begeben.“ Ein weiteres Ziel von „maxQ.“ ist es, das Tabu-Themen Demenz in die Öffentlichkeit zu befördern und Verständnis und einen Zugang zu Menschen mit dem Krankheitsbild Demenz zu schaffen.

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