Umgestaltung des Bistums macht vor Kelz und Gladbach nicht Halt

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
kelz-bu
Gegner einer Fusion, Befürworter eines großen Kirchengemeindeverbandes: Günter Jäger (stellvertretender Kirchenvorstand von St. Michael Kelz), Pfarrer Walter Hütten und Rainer Müller (Pfarrgemeinderatsvorsitzender St. Petrus Gladbach, von links). Foto: Stephan Johnen

Kelz/Gladbach. Sein oder nicht sein? Das ist die Frage, die in diesen Tagen Pfarrer Walter Hütten, den Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Rainer Müller (Gladbach) und den stellvertretenden Kirchenvorstand Günter Jäger (Kelz) beschäftigt.

Die Neugestaltung des Bistums Aachen macht auch vor den Kirchtürmen der Pfarrgemeinden St. Michael Kelz und St. Petrus Gladbach nicht Halt.

Hütten, der Seelsorger in Kelz, Gladbach, Müddersheim, Disternich und Sievernich ist, und seine Mitstreiter in den fünf „Kelzer” Gemeinden sehen „die über Generationen hinweg ausgebildeten Profile” der einzelnen Pfarren in Gefahr - und fühlen sich von den größeren Nachbarn in Vettweiß und Nörvenich bei der Diskussion um die Weichenstellung für die gemeinsame Zukunft nicht angemessen eingebunden.

„Kein Kirchturmdenken”

Warum? Der Bischof hat die 17 Gemeinden der Gemeinschaft der Gemeinden Nörvenich-Vettweiß aufgefordert, sich zu entscheiden: Entweder sie bilden einen Kirchengemeindeverband (KGV), in dem jede einzelne Pfarre trotz zentraler, gemeinsamer Verwaltung ein gutes Stück Autonomie behält, oder der Bischof wird die 17 Gemeinden zu einer neuen Pfarre fusionieren.

Während die sieben Kirchenvorstände aus Nörvenich und fünf Kirchenvorstände aus Vettweiß den Gemeindeverband ablehnen, sehen die fünf Gemeinden von Walter Hütten in ihm die bessere Wahl für die Zukunft. „Noch ist die Kirche die Heimat der Menschen”, sagt Seelsorger Hütten.

Die Kirche samt ihrer Gremien vor Ort bleibe erhalten, während Aufgaben wie Personal- und Gebäudemanagement zentral verwaltet werden. „Fusionen sind priesterorientiert, ein KGV ist gemeindeorientiert.

So kann das kirchliche Gemeindeleben weiterhin auf breiten Schultern gestaltet werden”, findet Günter Jäger. Die Befürchtung der Fusionsgegner aus den fünf Gemeinden: Bei einer Vereinigung könnten die derzeit stark eingebundenen Ehrenamtler und Gläubigen auf Distanz gehen. Das Kirchenleben in den einzelnen Orten präge auch den sozialen Zusammenhalt.

Unklar sei auch, was nach einer Fusion mit den einzelnen Kirchen geschehe. Ja, es gehe auch um Emotionen, sagen die Wortführer im Namen aller Fusionsgegner. „Und Emotionen sind nicht so leicht zu übertragen.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert